Im März 2007
eröffnete uns die Geschäftsleitung, dass unser Böblinger Werk
wegen der ständigen Unterauslastung nicht mehr rentabel für NXP sei und in der Konsequenz zum Jahresende 2007 geschlossen werden muss. Diesen Plan hat die Konzernleitung auch zielstrebig umgesetzt. Über 400 Mitarbeiter haben den sog. 3-Seitigen Vertrag unterschrieben,
dieser regelt zum einen das Ende des Beschäftigungsverhältnises
bei NXP und ist zum Anderen der befristete
Arbeitsvertrag mit der Transfergesellschaft
bzw. "Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft" (a+b).
Bis zum Jahresende 2007 sollte noch mit Hochdruck an der Restproduktion gearbeitet
werden. Derweil wurden die Produktionsstandorte Hamburg und Nijmegen fit gemacht, um unsere verbliebenen Aufträge und Prozesse zu übernehmen. Anfang September, also unmittelbar nach Ablauf der Abgabefrist für den 3-seitigen Vertrag per Aushang bekannt gemacht, dass die Produktion über das Jahresende
hinaus in Böblingen fortgesetzt werden muss. Für diese 3-monatige Produktionsverlängerung haben Geschäftsleitung
und Arbeitervertreter unter Berücksichtigung bestimmter sozialer Aspekte knapp 200 Mitarbeiter ausgesucht, die noch bis Ende März 2008
für NXP arbeiten durften. Die Hoffnungen der Mitarbeiter, dass es
vielleicht eine weitere Verlängerung geben
könnte oder dass der Konzern bemerkt, wie
wichtig sein Standbein in Baden Württemberg
ist oder dass sich alles nur als böser Traum
herausstellt, zerplatzten am
1. April 2008, als auch der letzte Produnktionsmitarbeiter
nicht mehr zur Schicht antreten musste/durfte.
Allerspätestens jetzt hätte einer "April-April"
rufen sollen. Aber es wurde still in der
Produktionslinie...
Im Jahr 2008 wurden die Abfindungen ausgezahlt. Auch diese richteten sich nach sozialen Aspekten, hauptsächlich aber nach dem Alter und der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Der Großteil der Belegschaft hatte sich zudem für die Transfer-
und Qualifizierungsgesellschaft
(a+b) entschieden und bekam dadurch noch für ein Jahr die 85-prozentige Fortzahlung aus Kurzarbeitergeld plus a+b-Zuschuss. Die a+b Gesellschaft hat auch einiges getan, um uns bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber zu unterstützen und veranstaltete Seminare und Beratungsrunden.
Auf dem Gelände von NXP-Böblingen hat sich anfangs nicht viel verändert. Die Mietverträge der anderen Firmen auf dem Gelände liefen erstmal weiter. Unsere Produnktionsstätte wollte aber niemand haben. Letztlich wurde unsere "Fabrik der Zukunft" dem Erdboden gleich gemacht.
Am 16.09.2011 ist der Schornstein auf dem NXP-Gelände gesprengt worden.
Ganz abgesehen davon, dass so eine Sprengung immer ein spektakuläres Ereignis ist, empfinden manche (so auch ich) dies als einen symbolträchtigen Vorgang.
Nicht nur dass der weithin sichtbare NXP-Schornstein gewissermassen schon ein Wahrzeichen des Gewerbegebietes Hulb war. Ich sehe darin vor allem auch den "Schlussakkord" im Lied von unserer "Fabrik der Zukunft". Ein guter Zeitpunkt, um mich nun auch selbst aus dieser Geschichte zurück zu ziehen und das Thema hier zu schließen.
Allen Ehemaligen und aktuellen NXP-Mitarbeitern und allen, die dies hier lesen wünsche ich alles Gute. Danke für alles.
Euer Jörg
März 2011:
In Hamburg-Hausbruch sieht es nun schon ähnlich aus, wie in Böblingen zuvor. Wusstet Ihr, dass Philips hier ebenfalls eine hypermoderne Megabit-Chip-Produktion aufbauen wollte? Aber daraus wurde nichts, denn der Chipmarkt lief dem Philipskonzern davon. Das frisch errichtete und 1989 eingeweihte Entwicklungsgebäude stand einige Zeit leer und wurde später von NXP genutzt. Aber der Philips-Ableger schrumpfte sich ja kürzlich erst wieder gesund, wodurch die Gebäude in Hamburg Hausbruch nun endgültig
überflüssig wurden. Jetzt soll auch dort der Platz für ein Logistikunternehmen genutzt werden. Daher wird das ehemalige Entwicklungsgebäude nun abgerissen. Lest weiter bei HAN-online.
Sonderbericht: NXP-Japan NXP-Mitarbeiter in Japan haben die Katastrophe unbeschadet überstanden.
Nach dem Erdbeben am 11.03.2011 und der darauf folgenden Überschwemmung (Tsunami) im Nordosten Japans sowie der Zerstörung eines Atomkraftwerkes entging Japan nur knapp dem Super-Supergau (hoffentlich, denn noch ist die AKW-Krise nicht überstanden). Derzeit gibt es tausende Tote und zigtausend Vermisste zu beklagen. Hunderttausende verloren ihr Zuhause in den Fluten. Das ist aber nur die Folge der Überschwemmung, denn die Anzahl der unmittelbaren Strahlenopfer des 'Fukushima'-AKW ist klein.
Der Extremfall, also ein Supergau mit 3 oder gar allen 6 Reaktoren könnte je nach sonstigen Umständen ganz Japan unbewohnbar machen und ganz Asien und sogar Amerika und Europa mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft ziehen (erhöhte Krebsrate durch mittelbare oder unmittelbare Strahlenbelastung). Nach so viel verkettetem Unglück (anhaltende Erdbebengefahr, Tsunamis, AKW-Gau, wirtschaftlicher Schaden, Energiekrise, weitere AKWs an der tsunamigefährdeten Ostküste) kann man zwar nur das Beste
hoffen, aber auch mit dem Allerschlimmsten rechnen...
Quelle: Meine persönliche Einschätzung
Kommen wir aber von den einleitenden Infos zur Firma NXP zurück:
NXP hat keine Produktionsstätten und keine unmittelbaren Zulieferer in Japan. Geschäftshäuser (sales-offices) von NXP befinden sich an 3 Orten in Japan, nämlich Tokyo, Osaka und Nagoya. Alle diese Orte befinden sich südlich, außerhalb der betroffenen Region. Somit kann NXP glücklicherweise berichten, dass alle NXP-Mitarbeiter die Katastrophe unbeschadet überstanden haben und in Sicherheit sind. Auch alle NXP-Mitarbeiter, die nach Japan gereist waren, sind heil wieder nach Hause gekommen.
Wie man der SZBZ entnimmt, gehört das NXP-Gelände jetzt einer gewissen 'Helvetic Private Investment AG' (HPI) aus der Schweiz. Diese hatte im Juni bereits einen Bauantrag für Logistikhallen nebst Büroflächen und Personalparkplätze gestellt. Die zusätzliche Verkehrsbelastung durch Lastwagen in Richtung des benachbarten Ortes Dagersheim bereiteten
den Gemeinderäten noch Kopfzerbrechen. Sie hatten eigentlich einen ganz anderen Bebauungsplan vorgesehen. Angesichts dieser Nörgelei hat HPI daher vorerst den Bauantrag zurückgezogen.
Nun signalisierte der Gemeinderat aber doch grünes Licht und so werden die Abriss- und Neubauarbeiten wohl bald beginnen können. Die Baufläche für das neue Logistikzentrum umfasst das ganze NXP-Gelände einschließlich des ehemaligen Heiz-Kraftwerks - das ist das Gebäude, zu dem der bislang weithin sichtbare Schornstein gehört. Über die genaue Anordnung der neuen Gebäude gibt es zwar noch keine klare Aussage, aber das Kraftwerk wird nicht mehr benötigt und daher abgerissen.
Mit dem Schornstein wird nun also bald die letzte sichtbare Erinnerung an die ehemalige IBM-Chipfabrik und spätere SMST, Philips, NXP verschwinden. Und aus dem Böblinger Silicon Valley wird nun ein vielleicht ein bedeutender Warenumschlagplatz. Wegen der nahen Autobahn ist dies nämlich ein idealer Ort für ein Logistikzentrum. Mit einem direkten Autobahnanschluss wäre der Standort sogar genial. Im Augenblick steht das aber nicht zur Debatte - im Gegenteil: Die am Grundstück liegende Schickardstraße soll in Richtung
Dagersheim möglichst nicht belastet werden. Statt dessen soll der Güterverkehr in Richtung Böblingen und dann auf die gut ausgebaute B464 geführt werden. Dazu müsste man die südliche Anbindung der Schickardstr. vielleicht noch optimieren (begradigen).
September 2010: NXP-Hamburg hält sich als letzte große NXP-Fabrik in Deutschland sehr tapfer
Die verbliebenen Arbeitsplätze bei NXP-Hamburg scheinen auf absehbare Zeit nicht gefährdet zu sein. Das scheinen wir aber gar nicht mal so sehr dem Großauftrag der deutschen Regierung zu verdanken (NXP wird die Chips für den neuen Personalausweis liefern), sondern vielmehr
der guten alten Dioden- und Transistorenfertigung in Verbindung mit der ständigen Weiterentwicklung am selben Standort und einer unschlagbar niedrigen Fehlerrate. Und die wird besondes
wichtig genommen, da kein Hightech-Hersteller Ärger wegen einer popligen Diode riskieren will.
Mehr darüber plus Fotostrecke über die Produktion bei NXP-Hamburg bei www.elektroniknet.de Näheres über den neuen Ausweis bei www.ntv.de
Wie weiter unten berichtet,
hat der Bosch-Konzern seit April 2007 an
einer neuen Chipfabrik in Reutlingen gebaut
und diese nun fertiggestellt und in Betrieb
genommen. Eigentlich haben wir alle uns
gewundert, wie Bosch damit anfangen konnte,
eine Chip-Fabrik zu bauen, während NXP den
Glauben an unseren Standort verloren hatte
und unsere Fabrik einfach dicht machte.
Auch NXP-Böblingen hatte
damals sehr auf die Automobilbranche gesetzt
und sich auch schon für einige Produkte
qualifiziert und diese hergestellt.
Bosch, der Weltmeister in Sachen Autoelektronik
kann sich die angeblich viel zu hohen Gehälter
der deutschen Facharbeiter und Ingenieure
wohl noch leisten. Während sich das übrige
Chip-Geschäft
eigentlich hauptsächlich in Asien abspielt
(eben wegen der niedrigen Arbeitslöhne dort).
Somit unterstützt der weltgrößte Autozulieferer Bosch nach
wie vor ganz tapter sein Heimatland. Vielleicht
aber auch wegen der Nähe zur hochwertigen deutschen
Autoindustrie und weiteren Bosch-Standorten.
Und natürlich wegen der Kooperation
mit der Fachhochschule Reutlingen und der
Uni Stuttgart. Neben Bosch gibt es in Deutschland
nur noch wenige Chip-Fabriken. Darunter
Infineon
(die ehemalige Halbleitersparte von Siemens)
bei München-Neubiberg und NXP
(ehemals Philips-Halbleiter) in Hamburg-Lokstedt.
Während damals in unserem neuen IBM-Werk
in Böblingen der Altkanzler Helmut Kohl
aufs Startknöpfchen drücken durfte, hatte
diesmal bei Bosch in Reutlingen Bundespräsident Horst Köhler die
Ehre.
Laut Presseberichten ist das neue Chipwerk -
übrigens genau wie ehemals NXP-Böblingen
eine 200mm-Fab - die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Bosch-Unternehmens. Trotz
Wirtschaftskrise wurde in Reutlingen beinahe
ungebremst weitergebaut, denn die Experten von Bosch prognostizieren
einen deutlichen Anstieg des Auto-Halbleitergeschäfts,
da sich der Kostenanteil der Halbleiter
in modernen Autos bis zum Jahr 2020 praktisch
verdoppeln wird. Neben dem Geschäft mit
der Automobilbrachne erhofft sich Bosch
auch steigende Gewinne mit seiner ebenfalls
in Deutschland (Erfurt) ansässigen Solarsparte.
Aber was schreibe ich ... lest doch bitte
mehr in den offiziellen Presseberichten:
Dr. Hummel, der NXP-Böblingen leitete und den Niedergang nicht aufzuhalten vermochte, fand ein neues Betätigungsfeld bei Texas Instruments in Freising. Ob er noch immer dort beschäftigt ist und wir groß sein Beitrag zu deren Erfolg ist, kann ich nicht sagen. Anfang Dezember 2009 konnte man jedenfalls der Presse entnehmen, dass dieser Standort nun um satte 10% aufgestockt werden soll. Europachef Jean-Francois Fau hält die Fabrik in Freising für
sehr flexibel und ausgesprochen effizient. Ganz offenbar hat die derzeitige Geschäftsleitung von TI-Deutschland einen richtig guten Job gemacht. Nun werden zur Abwechslung mal wieder Arbeitsplätze geschaffen. Gratuliere!
Derweil werden in Böblingen die Abbrucharbeiten fortgesetzt und unser ehemaliger Parkplatz wird sinnvoll von einer bekannten böblinger Spedition
genutzt. Diese parkt hier nicht etwa seine
LKWs, sondern hat Lagerhallen errichtet.
Man kann sagen, dass wenn sich hier am Ort
noch etwas bewegt, man es der Firma Betz
verdankt.
Es ist nun 2 Jahre her, aber in der SZ BZ (Sindelfinger Zeitung, Böblinger Zeitung) liest man noch immer über die Nachwirkungen der Werksschließung. Schon letztes Jahr wurde ja über den Anstieg der Wasserpreise berichtet. Offenbar wurden die Verluste (durch den Wegfalls des Großkunden NXP) noch immer nicht ausreichend kompensiert. Siehe Bericht in der SZ BZ über die Ammertal-Schönbuchgruppe
Nachdem sich niemand für das Produktionsgebäude erwärmen konnte, bleibt nur der Abriss, um wenigstens das Gelände verkaufen zu können. Leider konnten wir es nicht persönlich miterleben. Ich danke meinen ehemaligen Kollegen für Informationen und Fotos.
Ähnlichkeiten mit der folgenden Fotomontage sind nicht zufällig: Allerdings entstand die obige "Karikatur" bereits kurz nachdem wir davon erfahren hatten, dass unser Werk geschlossen werden soll. Damals hat eigentlich noch niemand wirklich daran geglaubt, dass unsere Hi-Tech Schmiede mal "platt gemacht" werden würde. Aber der
Ruf der Investoren war ihnen ja voraus geeilt, so dass die informierten Realisten (anfangs gern noch als Pessimisten und Schwarzmaler verschien) uns schon sehr früh ein Bild von unserem Schicksal zeichnen konnten.
Sueddeutsche.de, 10.11.2010: NXP verdient gut und will Altlasten abtragen NXP kommt kaum mit den Chip-Lieferungen für den neuen Personalausweis und demnächst auch für neue deutsche Pässe nach. Die Produktion soll daher bis Mitte 2011 verdoppelt werden. Die 1800 Beschäftigten am Standort Hamburg haben davon wenig, weil sie nur diskrete Bauteile herstellen. Die Ausweis-Chips werden vor allem in Asien hergestellt.
Google-News
zum Stichwort Bosch Reutlingen Halbleiterwerk
Handelsblatt / Yahoo! Finanzen 15.12.2009 "NXP zieht sich selbst aus dem Sumpf" Der Gegenwind dreht sich langsam - Eine Chance für die Kollegen in Hamburg?
e-fellow.net, 03.01.2008 TechnikVision bei Bosch in Reutlingen - Partnerveranstaltung bei der Robert Bosch GmbH am 08.03.2008:
Bosch Reutlingen sucht hoch qualifizierte Leute (Studenten kurz vom Examen)
Kreiszeitung Böblinger Bote, 30.12.2007 Schließung des Betriebs wirft Lebensplanung übern Haufen Kleiner Bericht aus dem Leben eines Kollegen-Paares. Quasi erst Doppelverdiener, nun aber auch doppelt betroffen gewinnen die beiden der Situation auch positives ab.
Kreiszeitung Böblinger Bote, 30.12.2007 Schließung des Betriebs wirft Lebensplanung übern Haufen Kleiner Bericht aus dem Leben eines Kollegen-Paares. Quasi erst Doppelverdiener, nun aber auch doppelt betroffen gewinnen die beiden der Situation auch positives ab: „Wir hatten ja nur jedes dritte Wochenende gemeinsam frei, das eröffnet jetzt Möglichkeiten.“.
05. Mai 2007 SZ/BZ:
Neue Hoffnung... Der Betriebsrat hofft, dass bis Ende Mai eine Konzeption für den
Erhalt des Werkes unter NXP erarbeitet werden kann.
30.April.2007 SZ/BZ: Bericht
zur 13. Hulb-Open "Wenige hundert Meter weiter informierten Mitarbeiter und Gewerkschaftler über die geplante Schließung der Firma NXP auf der Hulb. "
(That's it.)
27. April 2007 SZ/BZ: NXP steht
im Mittelpunkt Das Schicksal der NXP-Fabrik mit ihren noch 550 Beschäftigten auf der Böblinger Hulb und der Tarifstreit in der Metallindustrie stehen im Mittelpunkt der Mai-Kundgebung
26.März
2007 Die MLPD erklärt ihre Solidarität Anmerkung:
Ich will mich mit diesem Link nicht
zu dieser Partei bekennen. Aber
Recht haben sie: "Nur wer kämpft, kann gewinnen! "
Im Jahre 1975 begannen die Bauarbeiten
für eine neue Produktionsstätte der IBM
am Westrande Böblingens im Industriegebiet auf
der Hulb. Fünf Jahre später, im Juni
1979 wurde das neue Werk eingeweiht. Damals
war es das modernste, was man sich zur Herstellung
von Speicherchips vorstellen konnte. Da
auch HP sich hier angesiedelt hatte, sprach
man
auch vom "schwäbischen Silicon
Valley“. So nebenbei: Vielleicht erinnern
sich noch einige an den Fund eines Mammutzahnes,
der während der Bauarbeiten an einem weiteren
Gebäude 1983 gefunden wurde.
Der
IBMer an sich(so auch ich ab Oktober
1988) war stolz, hier schaffen zu können
und er lieferte sehr gute Arbeit für ebenso
gutes Geld. Im Orte zog er sich schonmal
neidvolle Blicke und Missgunst zu, wenn
er vergaß, seinen Firmenausweis abzunehmen.
Es kursierte ein Witz so in etwa der Art:
Frau am Fleisch-Stand (womöglich beim Delikatess-Händler)-
"Geben Sie mir ruhig das große Stück.
Mein Mann schafft bei IBM". Man erkannte
daran schon klar, dass es etwas besonderes
war, einen Arbeitsplatz bei IBM zu haben
- selbst wenn man nur ein kleiner Operator
war.
Bei derart motivierten Leuten und mit
ordentlich Extrakohle war es 1988 natürlich
auch kein all zu großes Problem, die Kontischicht
einzuführen - jenes kontinuierlich vorwärst
rollende Schichtsystem, bei dem man auch
an den Wochenenden und den meisten Feiertagen
arbeitet, um kostspielige Produktionsstillstände
zu verhindern.
1989 amüsierten wir uns über den damaligen
Bundeskanzler Helmut Kohl, der im XXXXXL-Reinstraumanzug
in der Produktionslinie stand und auf einen
symbolischen Startknopf drückte. Damit startete
er pressewirksam die Produktion des Vier-Megabit-Chips
im IBM-Halbleiter-Werk Böblingen-Hulb. Das Werk galt auch 10 Jahre nach
seiner Eröffnung noch immer als eines der modernsten
der Welt! Schon zu dieser Zeit hatte ich
aber das Gefühl, also ob sich die IBM nicht
um das Geschäft mit den immer stärker aufkommenden
Personal Computern kümmerte. Die IBM-PCs
setzten zwar den Standard für Computersysteme,.aber draußen in den
Läden konnte man IBM-kompatible PCs kaufen,
die waren vielleicht nicht ganz so robust,
aber dafür viel günstiger, besser ausgestattet
und leistungsstärker. Sogar das Betriebssystem
"DOS" lies die IBM sich aus der Hand nehmen.
Wenige Jahre danach verpennte "Big
Blue" die Umstellung bei uns auf die nächste
Chip-Generation, den 16-Megabit-Chip, was
zu herben Absatzeinbrüchen führte.
Der Standort war in Gefahr und konnte nur
durch ein Joint Venture gerettet werden.
Anfang 1995 verkaufte IBM 51 Prozent unserer
Fabrik an Philips. Wir nannten uns fortan
"Submicron Semiconductor Technologies
GmbH" (SMST).
Aber nicht nur uns verkaufte die IBM,
sondern auch unser Schwesterwerk in Sindelfingen. Oder besser gesagt: "verraten
und verkauft". Denn die Sindelfinger
wurden an das Familienunternehmen Mayer & Cie., einem Hersteller von Rundstrickmaschinen verkauft
und stellten unter
dem Namen STP Leiterplatten her. Aber nicht
sehr lange. Nach einer ausgedehnten Kurzarbeitsphase
wegen der schlechten Auftragslage in Folge
allgemeiner Schwierigkeiten im IT-Segment
machte der Strickmaschinenhersteller das
Werk im Jahre 2002 schließlich dicht.
Doch wieder zurück zu uns: Erst viel zu spät, nämlich
1997 begann unsere IBM-Hälfte mit der Produktion von 16-Megabit-Chips,
während die Konkurrenz schon längst bei
64 Megabits angekommen war. Klar, dass wir
damit keine bedeutenden Gewinne mehr machen
konnten. Das sah sogar ich als kleiner Operator.
Unsere Philips-Hälfte stellte derweil
unsere Produktion zügig auf Logik-Chips
um.
Im Jahre 1999 verkaufte die IBM ihre
Anteile komplett an Philips. Der Ausstieg der IBM aus der SMST wurde
begleitet von "Umstrukturierung"
und Abbau
von Arbeitsplätzen. Betriebsrat und IG-Metall
erreichen nach monatelangen Auseinandersetzungen
einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Die Zahl der Kündigungen konnte
lediglich verringert
werden, aber viele Kolleginnen und Kollegen
mussten die Firma verlassen. Das ging zum
Teil über Aufhebungsverträge und durch den
Wegfall der befristeten Arbeitsverträge,
die nicht verlängert wurden. Manche wirklich
guten Arbeitskräfte - junge motivierte Mitarbeiter
- bekammen einen Arschtritt statt des verdienten
Festvertrages. Von 710 Arbeitsplätzen blieben
590 übrig. Außerdem verloren wir einen Großteil
unserer Sonderzulage für Feiertage und Wochenenden.
Damals gab es hohe Verluste, aber es lies sich noch etwas retten, indem
wir uns wehrten. Ich erinnere mich noch
an den Protestmarsch von der
Kantine zu Tor 1, wo die Presse auf uns
wartete.
Als das überstanden war schafften wir
wieder mit vollem Einsatz (150%) weiter
und machten dem neuen Namen "Philips Semiconductors
Böblingen" (PSB) alle Ehre. Das änderte
sich auch nicht, als uns der Philips-Konzern
zur Jahreswende 2004/2005 mal wieder die
schlimme Marktsituation in Deutschland vor
Augen führte und eine 25%ige Lohnsenkung
verlangte. Betriebsrat und IG-Metall erkämpften
für uns in Böblingen einen Kompromiss. Wir
bekamen die Zusage, dass es 3 Jahre keine
betriebsbedingten Kündigungen geben werde,
dafür verpflichteten wir uns für diesen
Zeitraum zur Erbringung von 350 zusätzlichen
Arbeitsstunden ohne Lohnausgleich und nahmen
die Kürzung unseres Weihnachstgeldes hin.
Keiner hatte den Verdacht, dass durch
den erneuten Namenswechsel unser Standort
in Gefahr sein könnte. Wir kannten das ja
schon. Der Name ändert sich, ggf. wird "umstrukturiert"
und das Leben geht weiter. Und diesmal gab
es ja gar keine Umstrukturierungsmaßnahmen.
Unser Tarifvertrag von 2005 wurde unverändert
übernommen Der Wechsel ging also ganz ruhig
und gesittet - quasi im Hintergrund - von
statten.
Der NXP Konzern ist weltweit in 20 Ländern vertreten
und beschäftigt über 37000 Mitarbeiter.
In Europa ist NXP der zweitgrößte Halbleiterhersteller.
NXP-Deutschland war zum Stand 2006/2007 mit 3300 Leuten die
zweitgrößte Tochter gleich nach Holland,
dem Heimatland von Philips und NXP. Die
allgemein schwierige Marktsituation (im
Vergleich zu Asien sind wir sowieso viel
zu teuer) sollte dadurch ausgeglichen werden,
dass wir in Deutschland uns besonders auf Halbleiter
für die Automobilindustrie konzentrieren.
Auch unsere kleine Chipfabrik hier in Böblingen
hat sich dafür bestens qualifiziert und
auch schon mit der Produktion begonnen.
Leider wächst der Bedarf aber nicht so schnell.
Das wusste die Geschäftsleitung auch. Aber
jetzt geht es dem Gesamtkonzern wohl doch
nicht schnell genug. Außerdem hat die NXP
sich entschlossen, Produkte aus dem Programm
zu nehmen, mit denen wir uns eigentlich
über Wasser halten wollten, bis wir (u.a.)
von den Auto-Chips leben konnten. - So ein
Zufall aber auch: Ausgerechnet jetzt, wo
bald unser Tarifvertrag und die damit verbundene
Arbeitsplatzgarantie ausläuft, sind wir nur noch zu unter 40% ausgelastet
und schreiben natürlich tiefrote Zahlen.
"Nee, nur ein böses Gerücht",
winkte unsere Geschäftsleitung ab. Michael
Hummel wusste angeblich von nichts und schrieb
eine Anfrage an Ajit Manocha. Der antwortete:
"I will be meeting Rick Tsai in Taipei on Saturday and will raise big hell on such rumors like NXP is selling its 8" wafer fabs to TSMC. We have had no such discussion with TSMC and or anyone to sell our fabs or fab equipment. Please let your people know that someone is speculating these kind of things and we will investigate the source as well as challenge TSMC on this."
Also behauptete man hartnäckig, dass dies nicht stimmt. Klar
doch, weil man sich nämlich entschlossen
hat, das Zeug nach Hamburg und Nijmegen
zu verfrachten und den Standort Böblingen zu schließen, aber die Mitarbeiter sollten das möglichst spät erfahren, damit sie bis zuletzt noch ihr Bestes geben.
Am 22. März fand dann eine große Betriebsversammlung
statt. Herr Dr. Hummel (Geschäftsführung)
hielt uns eine lange Rede mit kurzem, aber
heftigem Sinn: Die geplante Verbesserung
der mangelhaften Auslastungssituation ist
gescheitert. Seit 2 Jahren schreibt der
Standort Böblingen hohe Verluste. Die Geschäftsführung
sieht sich trotz größter Bemühungen nicht
im Stande, diese Situation in Zukunft zu
verbessern. Somit hat das NXP-Management
entschieden, den Standort Böblingen zum
31.12.2007 zu schließen.
Dr. Hummel und Dr. Kuckhermann
betonten, dass dafür nicht unsere Performance
oder die Mitarbeiter verantwortlich sind.
Beteuerten aber auch, dass das Management
alles erdenkliche getan hätte und waren sich
keiner Schuld bewusst. Aus unserer Sicht müssen sie
sich
aber den Vorwurf gefallen lassen, dass sie die
Belegschaft, den Betriebsrat und auch die
Gewerkschaft IG Metall ohne Vorwarnung vor
vollendete Tatsachen gestellt haben, obwohl
es im Tarifvertrag einen Passus gibt, nach
dem sie die Gewerkschaft rechtzeitig bei
aufkommenden Schwierigkeiten zu informieren
haben. Und dann war es so gedacht, dass
man gemeinsam überlegt, wie man den Schwierigkeiten
begegnen kann. Außerdem haben wir hier in Böblingen
etwas, was kein anderer NXP-Standort in
Deutschland bisher vorweisen konnte: Eine 3-Jährige
Arbeitsplatzgarantie. Diese läuft zum Ende
des Jahres 2007 aus. Erst dann darf die
Kündigung ausgesprochen werden. Und erst
dann dürfen die Kündigungsfristen anlaufen.
Es war strittig, ob dieses unrühmliche
Ende unserer kleinen Chipfabrik wirklich
nicht abwendbar war und ob der Fehler oder
sogar eine Absicht nicht
doch bei unserem (höheren) Management zu suchen war.
Man wurde aber den Verdacht nicht los, dass
unser 3-jähriger Ergänzungstarifvertrag schon damals als fester Termin
für die Werksschließung angesehen wurde
und man entsprechend darauf hin gearbeitet
hatte. Man könnte meinen, dass wir systematisch
aufs Abstellgleis manövriert worden sind,
in dem man uns die Auslaufmodelle produzieren
ließ, ohne sich wirklich um ein lohnendes
Nachfolgeprodukt für uns zu kümmern. Statt
dessen wurden wir kaputt gespart, bis wir
mit halber Besatzung nur noch die halbe
Auslastung hatten und natürlich wäre es
jetzt notwendig, einige Millionen zu investieren,
um neue Produkte einzuführen und neue Leute
zu rekrutieren, damit der Schornstein wieder
raucht. Mit Unterstützung
des Gesamtkonzerns hätte man das auch geschafft. Aber offensichtlich hatten unsere Inverstoren ganz andere Pläne.
Das
hiesige Management fühlte sich außer Stande, unser Schicksal von
Seiten NXP zu ändern.
Das kann man denen sogar glauben; kam doch
der Vollzugsbefehl von "ganz oben". Unser
Mutterkonzern, der fette Gewinne
einbrachte und Schlagzeilen machte mit den tollen neuen Chips,
die kürzlich von NXP entwickelt wurden. hatte uns längst abgeschrieben.
Pressemitteilung des Betriebsrates:
Böblingen, 23.3.2007
Mit Wut und Empörung haben die Kolleginnen und Kollegen gestern die Mitteilung
des Managements von NXP aufgenommen, das Werk in Böblingen zum 31.12.2007
schließen zu wollen. Über die tariflichen Vereinbarungen von NXP und der IG
Metall hat sich das Management unter Federführung von Herrn Dr. Kuckhermann
kaltschnäuzig hinweggesetzt. Damit wird 550 Familien die Existenzgrundlage
entzogen. Dazu kommen noch mindestens 100 weitere Arbeitsplätze bei
Dienstleistern und Lieferanten. Dieses Vorgehen ist menschenverachtend. Die
Erklärung des Managements für die geplante Schließung des Werkes stellt die
Realitäten auf den Kopf. Das Werk kann 200mm Wafer verarbeiten, ist höchst
produktiv und effizient. Bei der Gegenüberstellung von normierten
Vergleichswerten schneidet Böblingen sehr gut ab. Die Belegschaft ist höchst
flexibel und sehr gut qualifiziert. Das Einzige was fehlt, sind Produkte, die
NXP in Böblingen produzieren lassen will. Dafür zu sorgen ist die ureigenste
Aufgabe des Managements. Dazu war das Management aber nicht in der Lage, es hat
kläglich versagt! Anders als beim Sport – wo bei Misserfolg in der Regel der
Trainer gefeuert wird – sollen nun die Beschäftigten die Folgen eines unfähigen
oder überforderten Managements ausbaden. Wir gehen davon aus, dass der
gestern verkündete Beschluss des Managements nicht so kurzfristig entstanden
ist, wie vorgegeben wird. Vielmehr ist davon auszugehen, dass bereits zu der
Zeit, als NXP noch die Halbleitersparte des Philips-Konzerns war, diese
Entscheidung vorbereitet war. Nur wollte sich Philips offensichtlich nicht mehr
die „Hände schmutzig“ machen und hat die Umsetzung den Käufern unter Führung des
KKR Finanzinvestors überlassen. Deren Ziel ist es immer, die gekauften
Unternehmen zu „verschlanken“ und damit die Profite zu steigern, um dann das
Unternehmen nach relativ kurzer Frist (ca. 3 bis 5 Jahre) Gewinn bringend weiter
zu verkaufen. Philips behält dadurch formal eine weiße Weste. Es gibt mehrere
Beispiele für ein solches Vorgehen von Philips, zuletzt im vergangenen Jahr in
Aachen. BenQ lässt grüßen. Das wird sich die Belegschaft nicht gefallen
lassen. In enger Zusammenarbeit mit der IG Metall werden wir alles daran setzen,
diesen Standort zu retten und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.
Wie und in welcher Form das geschehen kann, das ist Aufgabe der nächsten Wochen
und Monate.
Der Betriebsrat und die Gewerkschaft
IG-Metall kämpften nun für uns um den Erhalt
der Arbeitsplätze und wollen die Schließung verhindern.
Da sich weder unsere Geschäftsleitung noch die Herren weit weg in Nijmegen von uns überzeugen ließen, suchen wir auch Hilfe in der Öffentlichkeit. So nutzten wir insbesondere die Hulb-Open (28./29. Mai) mit 2 Info-Ständen und natürlich die Mai-Kundgebung am 1. Mai (mit großem Demo-Zug vom Arbeitsamt zur Stadtmitte Böblingens), um die Leute auf uns aufmerksam zu machen. In der Belegschaft war man sich einig darüber,
dass man sich (zumindest) nicht mit einer Hand
voll Euros
abfinden lassen will, zumal die meisten
Kollegen wohl auf Grund ihres hohen Alters
keine Chance mehr haben, anderswo einen
(gleichwertigen) Arbeitsplatz zu bekommen.
Dass diese schlechte Nachricht nicht
spurlos an der allgemeinen Arbeitsmoral
vorüberging, dürfte jeder wohl verstehen.
Dummerweise häuften sich auch noch die Probleme
mit den Anlagen und es wird wohl auch verständlich
sein, dass so mancher menschlicher Organismus
dem Stress einfach nicht mehr stand hielt
und die Krankheitsrate daher anstieg. Die Notwendigkeit von häufigen Info-Runden
und eine mehrfach unterbrochene und wieder
aufgenommene Betriebsversammlung tat ihr
übriges dazu, dass die Produktivität sich
sehr in Grenzen hielt. Um weiteren Schaden abzuwenden, folgen wir der Empfehlung
unserer Arbeitnehmervertreter und arbeiteten
besonders penibel, um für unsere Kunden wenigstens den hohen
Qualitätsstandard zu erhalten.
Immer wieder luden wir Politiker verschiedener Parteien ein, sich unsere Fabrik mal näher anzusehen.Einige davon erklärten sich mit uns solidarisch. Unser Ministerpräsident hingegen war überhaupt keine Hilfe. Er setzte darauf, "dass der leistungsfähige IT-Standort Baden-Württemberg den freigesetzten Mitarbeitern alternative Beschäftigungsangebote bieten könne..." Aber was die großen Sorglosen unseres Landes ja immer übersehen, das ist die große Menge derer, die nicht zu den
sogenannten "qualifizierten" Fachkräften gehören. Ingenieure und hochqualifizierte Techniker werden natürlich immer gesucht. Aber die Produktionsarbeiter (Operator und auch Teamleiter), welche nun schon Jahre aus ihrem Lehrberuf heraus sind, können ihren Facharbeiterbrief getrost ins Altpapier geben. Sie werden auf dem Arbeitsmarkt quasi wie ungelernte gehandelt und bekommen allenfalls einen wesentlich schlechter bezahlten Job als "Produktionshelfer" und das sicher auch nur noch über eine
Zeitarbeitsfirma.
Während
es bei uns "ums nackte Überleben"
ging, durfte die Gewerkschaft natürlich auch ein weiteres
wichtiges Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Denn man kennt das Schema ja bereits: Erst
werden Arbeitsplätze abgebaut, weil es der
Firma angeblich nicht so gut geht und man
bei den Lohnkosten sparen muss, dann werden
plötzlich Rekordgewinne gemeldet. Die Erfahrung
hat ja nun deutlich gezeigt, dass keine
neuen Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn man
der Firma entgegen kommt. Im Gegenteil!
Und das wird bei unserem eigenen Konzern nicht
anders sein. Daher haben auch wir uns am Kampf für eine angemessene Lohn/Gehaltserhöhung
beteiligt.
So nahmen wir z.B. am 2. Mai 2007 am Warnstreik
zur Tarifrunde bei unseren Daimlerkollegen
teil . Da wir selbst hier im
Betrieb nicht streiken durften, machten wir das in unserer
Freizeit, bzw. nahmen uns offiziell frei.
Das Ergebnis am 4. Mai: 400 Euro Einmalzahlung. 4,1 Prozent mehr Lohn an Juni 2007 und eine weitere kleine Erhöhung im nächsten Jahr. Das Weihnachtsgeld blieb so wie im vorigen Jahr.
In Gesprächen und Workshops wurde intensiv nach Möglichkeiten gesucht, das
Ende hinauszuschieben und die Produktion
ggf. auch ohne NXP fortzusetzen. Die Beteiligung der Geschaftsführung wirkte recht positiv, so dass für kurze Zeit Hoffnung aufkam, dass es vielleicht doch
noch eine Zukunft mit NXP über den 31.12.2007
hinaus geben könnte. Zumindest für eine
begrenzte Zeit, denn die Geschäftsleitung
ließ ja von Anfang an überhaupt keinen Zweifel daran, dass
ein Fortbestand unseres Standortes
seitens NXP ausgeschlossen sei. Daher wurde nun auch überlegt, ob unsere
Fabrik in absehbarer Zeit als
eigenständiges Unternehmen weiterbestehen
könnte.
In der Woche vor
Pfingsten (21. bis 25.
Mai) fanden intensive Gespräche zwischen Geschäftsleitung
und Arbeitervertretern statt. Die Geschäftsleitung
drängte auf eine schnelle Lösung. Als es am Ende um konkrete Summen
ging, musste Dr. Kuckhermann feststellen,
dass seine Verhandlungskompetenzen nicht
ausreichten. Er machte nach Rückfrage bei
der NXP-Führungsspitze in Holland ein letztes
ultimatives Angebot. Die
Arbeitervertreter winken aber ab, da das
Angebot immernoch weit unter der Mindestforderung
von durchschnittlich 100.000 Euro pro Mitarbeiter
lag. Somit
kam es zu keiner Einigung - die Verhandlungen
wurden für gescheitert erklärt!
Was nun? - Für einige Kollegen wurde
die
Spannung an diesem langen Pfingst-Wochenende
nun unerträglich. Die pure
Existenzangst führte zu seltsamen Reaktionen,
denn manche befürchteten, dass man den Bogen
überspannt haben könnte und NXP den Laden einfacht dicht macht, "weil die Erreichung der bis Jahresende gesetzten
Ziele mit dieser Mannschaft nicht mehr abzusehen
wäre und hohe Verluste daher nur durch eine
sofortige Schließung abgewendet werden könnten"...
Wie immer sich das rechtlich
auch auswirken würde, das wäre ein Schreckens-Szenario
für alle, deren einzige Hoffnung eigentlich
in der Fortsetzung des Produktionsbetriebes
(über den 31.12. hinaus) lag.
Am Mittwoch,
30.05.2007 kam dann die "erlösende" Nachricht:
"Die Verhandlungen
werden am Dienstag gleich nach Pfingsten noch
einmal aufgenommen". Eine Werksschließung war zwar nicht abwendbar, aber Volker Kuckhermann,
dessen wohlverdienter Pfingsturlaub sich
durch die zähen Verhandlungen verschoben hatte, legte noch einmal kräftig
was drauf, so dass die Vertreter der Arbeitnehmer
nicht mehr 'nein' sagen können/wollen.
Als ginge es um die Ehre, fehlte zwar noch
immer ein kleiner Betrag bis zur
Mindestforderung, aber an einem Tausender
pro Kopf (rund eine halbe Million für NXP)
wollte man es nicht mehr scheitern lassen,
zumal alle anderen Rahmenbedingungen akzeptabel
waren.
So wurde also ein Papier unterzeichnet, das
die Eckpunkte der Sozialregelung für die Schließung
von NXP Böblingen besiegelte.
In den
Wochen darauf wurden die Datails
geklärt und die nötigen Unterschriften geleistet.
Ende Juni 2007 fanden Informationsrunden
und Betriebsversammlungen statt, um die
Mitarbeiter über folgende vereinbarten Eckpunkte zu informieren:
Keine betriebsbedingten Kündigungen vor 1.1.2008
Eine im Großen und Ganzen akzeptable
Summe für Abfindungen
Zusätzlich 2-Stufiger "Bonus" auf
die Abfindung bei
Erreichen bestimmter Produktionsziele
die Abfindungshöhe unterscheidet sich nicht bei Aufhebungsverträgen, Wechsel in eine Transfergesellschaft oder betriebsbedingter Kündigung
Für Mitarbeiter ab dem 55. Lebensjahr
gibt es an Stelle der Abfindung ein
Vorruhestandsangebot.
Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft (TQG)
mit Qualifizierungsmöglichkeiten bis zu 24 Monate
Volle Auszahlung der Tariferhöhung
inklusive € 400,- Einmalzahlung.
Hier sollten wir jeweils
einen leitenden Angestellten, 2 Gewerkschaftsmitglieder,
und eine Arbeitnehmer-Liste wählen. Die Wahlen fanden auf einem Online-Formular statt. Zu diesem Zwecke wurde der Internetzugriff auf vielen PCs in der Fertigung komplett freigeschaltet. "Einsendeschluss"
war der
25.06.07. Über die Wahlbeteiligung habe ich leider nie etwas erfahren. Sehr hoch war sie wohl nicht....
Im Anschluss daran blieben die PCs (mit einigen Unterbrechungen) weiterhin für das Internet freigeschaltet. So hatten alle Mitarbeiter die Möglichkeit, sich im Internet nach einem neuen Arbeitsplatz umzuschauen oder sich in externen Quellen über NXP zu informieren. Beispielsweise dass Philips sich von seinem Restanteil an NXP trennen will.
Im Gästebuch meldete sich gegen Ende
Mai
eine Stimme
aus Freising. Weiteres liest man im ZD-Net.
Demnach sollte unser Herr Dr. Hummel
seinen Dienst bei
Texas Instruments antreten. Von der NXP-Seite
hörte man zunächst nichts. Doch dann erschien ein Aushang, der den Austritt des Herrn Hummel aus der Firma NXP bestätigte. Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff...
Bezüglich der Abfindungssummen für jeden
Einzelnen herrscht nun ein gewisser Unmut bei
den jüngeren Mitarbeitern, da die Formel
mehrfach aus altersabhängigen Faktoren zusammengesetzt
ist. Damit soll berücksichtigt werden, dass die älteren Mitarbeiter schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und daher eine möglichst hohe Summe benötigen, damit das Geld für eine lange Arbeitssuche oder gar bis zur Rente reicht. Jüngere Mitarbeiter erhalten dagegen allenfalls ein finanzielles Trostpflaster. Sie müssen sich entsprechend zügig einen neuen Job suchen. Das sollte wohl allgemein verständlich sein. Dennoch hat so mancher sich mehr erhofft. Man kann es den jüngeren
Mitarbeitern, die ja wie die Alten einen
prima Job gemacht haben, nicht verdenken,
wenn sie mit ihrem "Anteil an der Beute"
nicht so zufrieden sind. Es steht uns aber frei, auf die Abfindung zu verzichten und uns auf einen Job in Hamburg zu bewerben. Auch die NXP-Standorte in Österreich suchen noch Leute. Allerdings gibt es in Wien oder in Gratkorn bei Graz keine Fabrik - allenfalls eine Denkfabrik. Und auch die Stellenausschreibungen von Hamburg berücksichtigen zunächst mal keine Operator. Gesucht wird nach qualifizierten Arbeitskräften, also nach Technikern und Ingenieuren. Aber trotzdem soll
auch für die Produktionsarbeiter gesorgt werden. Sie dürfen sich in Hamburg bewerben und bekommen dann ein Angebot.
Der 3-seitige Vertrag hat in der Tat 3 Blätter. Aber das ist nicht der Grund, weshalb er so heißt. Es geht vielmehr um die 3 Seiten von denen er unterzeichnet werden muss:
Firma NXP Sie hebt den Arbeitsvertrag des Mitarbeiters auf und erfüllt die nötigen Bedingungen, damit der Mitarbeiter in die Transfergesellschaft überwechseln kann.
Der Mitarbeiter. Er willigt in die Aufhebung seines bisherigen Arbeitsverhältnisses bei NXP ein und unterzeichnet einen neuen Arbeitsvertrag bei a+b.
Das hat folgende Konsequenzen: Wir beenden unser bisheriges Arbeitsverhältnis bei der Firma NXP (Aufhebungsvertrag) und begründen mit Wirkung zum 01.01.2008 ein eindeutig bis zum 31.12.2008 befristetes Arbeitsverhältnis bei der Firma a+b Ausbildungs und Beschäftigungsgesellschaft mbH in Freiburg. Dort machen wir Kurzarbeit Null (Stunden) und bekommen demnach Kurzarbeitergeld von der Agentur für Arbeit. Dieses
wird von der a+b aufgestockt, so dass wir ca. 85% unseres bisherigen Nettoentgeltes herausbekommen, sowie 1500,- Euro Urlaubsgeld im Juni und ein halbes Monatsgehalt Weihnachtsgeld im November. Als Gegenleistung verpflichten wir uns durch unsere Unterschrift, dass wir uns bei der Agentur für Arbeit unverzüglich arbeitssuchend melden (das wird bis spätestens Ende September zentral in der Firma erledigt) und dem Arbeitsmarkt voll zu Verfügung stehen. Außerdem müssen wir an allen Maßnahmen mitwirken, die der Möglichkeit
der Vermittlung in ein neues Arbeitsverhältnis dienlich sind. Typische Beispiele für solche Maßnahmen sind Weiterbildungsangebote oder ein Probearbeitsverhältnis, sowie natürlich auch die endgültige Vermittlung in einen neuen Job. Wobei wir aber (innerhalb der Jahresfrist) die Möglichkeit haben, in den Schoss der a+b zurückzufallen, falls der neue Job nicht klappt.
Der Aufhebungsvertrag mit NXP ist endgültig und verliert seine Gültigkeit ausdrücklich auch dann nicht, wenn sich die betrieblichen Umstände nach Abschluss des Vertrages ändern (NXP sich also z.B. ganz plötzlich und unerwartet entscheiden sollte, den Betrieb doch noch nicht zu schließen). Eine Rückkehr zu NXP ist prinzipiell ausgeschlossen, kann aber unter Umständen einmalig in Betracht kommen und wäre dann auf einen befristeten Zeitraum von maximal 3 Monaten begrenzt.
Seit Anfang September (also unmittelbar nach Ablauf der Abgabefrist für den 3-seitigen Vertrag) wissen wir durch einen Aushang, dass die Geschäftsleitung einen Prozess über das Jahresende hinaus in Böblingen fortzusetzen will (muss). Es handelt sich dabei um das Produkt für einen Automobilhersteller. Geplant sind 3 Monate Produktionsverlängerung nur für diesen einen Prozess, so dass ca. 200 Mitarbeiter noch bis Ende März benötigt werden.
Das Leben muss ja weitergehen. Während wir uns leider auf das nahende Ende vorbereiten müssen, feiert die restliche NXP-Welt das einjährige erfolgreiche Bestehen als unabhängiges Unternehmen. Die Kollegen in Hamburg verbinden das mit der Eröffnung ihrer neuen Kantine in Lokstedt, wo sie am 1. Oktober 2007 ihren "NXP Unabhängigkeitstag" zelebrieren.
Um die Produktionsziele zu erreichen, wurde eine Belohnung (Erhöhung der Abfindung) von 3000 Euro ausgelobt. Bis zu weitere 3000 Euro wurden versprochen, wenn wir ein weiteres, deutlich höheres Ziel erreichen würden. Kurz vor Weihnachten stand fest, dass wir dem zweiten Ziel sehr nahe kommen würden und in Anerkennung unserer Leistungen wurde der volle Bonus auf jeden Fall ausgezahlt. Wir sind zeitweise in Arbeit ersoffen!.
Ich frage mich wirklich, wo das Material
plötzlich herkam. Sollte unsere Fabrik nicht wegen der
permanenten Unterauslastung geschlossen
werden???
Aber wen würden die Standardthemen einer Betriebsversammlung jetzt wohl noch interessieren? Diese Betriebsversammlung lief daher etwas anders ab. Eigentlich war es mehr so etwas wie eine kleine Abschlussfeier.
Das Jahr geht halt wie geplant zu Ende. Man verabschiedet sich und wünscht sich gegenseitig alles Gute für die Zukunft. Fast vergisst man darüber, sich auch schöne Weihnachten und einen guten Rutsch zu wünschen. Einige Leute realisieren erst jetzt - während sie sich dieser Tage
für immer verabschieden - dass sie ihren gewohnten Platz in der Gesellschaft nie mehr wiedersehen werden. Immerhin war der Arbeitsplatz für uns ja ein nennenswerter Teil unseres Lebens. Im Gegensatz zum Mutterkonzern dachten wir ja nicht jeden Tag nur ans Geld, sondern wir efüllten täglich unsere Pflicht und waren hier im Kreise unserer Kollegen irgendwie "zu Hause". Hier waren wir nicht nur finanziell abgesichert, sondern fühlten uns auch rein vom menschlichen her geborgen.
Mit dem neuen Jahr beginnt für uns alle ein völlig neuer Lebensabschnitt. Einige werden diesen Moment, dieses Gefühl noch für ein paar Monate hinauszögern, weil sie noch drei weitere Monate für NXP-Böblingen arbeiten werden. Aber "aufgeschoben ist nicht aufgehoben". Definitiv würde zum 31. März der Betrieb endgültig geschlossen werden. Aber einige gaben zu diesem Zeitpunkt die Hoffnung ja noch nicht auf.
Januar bis Ende März 2008 - Die Auslaufproduktion
Wie im September angekündigt, haben noch rund 200 Mitarbeiter eine Verlängerung von 3 Monaten bekommen und arbeiteten an der Restproduktion eines Chips, dessen Herstellung an einem anderen Standort noch nicht möglich war. Die Aufhebungsverträge dieser Mitarbeiter wurden entsprechend abgeändert.
Die Hoffnung, dass es
vielleicht eine weitere Verlängerung geben
könnte oder dass der Konzern sich vielleicht sogar komplett besinnt, zerplatzte spätestens am
1. April 2008, als niemand mehr zur Schicht antreten musste/durfte.
Allerspätestens jetzt hätte einer "April-April"
rufen sollen. Aber statt dessen wurde es sehr still in der
Produktionslinie...
Wie man der Presse entnimmt, werden im Zuge einer weltweiten 'Umstrukturierung' 4 Werke geschlossen (darunter auch Fishkill) und insgesamt 4500 Arbeitsplätze gestrichen. In Hamburg werden voraussichtlich 850 von 2500 Arbeitsplätzen bis 2010 einer Teilschließung zum Opfer fallen, davon 640 in der Produktion
Wie man der FAZ entnimmt, rächt sich nun die Tatsache,
dass die Übernahme durch die Investoren
von der NXP selbst finanziert werden muss
und nicht etwa durch die Investoren oder
durch den ehemaligen Gründer Philips. Nun
wachsen die Schulden dem NXP-Konzern wortwörtlich
über den Kopf. Gegenmaßnahme: "Umschuldung".
Weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen!
Kurz zuvor kam das Gerücht auf, dass
der noch härter von Verlusten gebeutelte
Konzern Infineon vielleicht mit NXP zusammen
einen Weg ais der Krise finden könnte. Dem
entgegen steht allerdings, dass auch NXP
zu stark im "teuren Europa" engagiert ist.
Ein Käufer für die gesamte
Chip-Produktion am Standort Böblingen-Hulb hatte
sich ja leider nicht gefunden. Es interessierte sich auch kaum
jemand für den größtenteils veralteten Toolpark. Was
nicht verkauft werden konnte, wurde kurzerhand
verschrottet. Auch das inzwischen leere
Gebäude scheint nun wohl niemand haben zu wollen.
Danksagung an die Leiharbeiter, Schüler, Studenten
Zum Ende des Jahres 2007 übertrafen wir in Böblingen noch einmal die kühnsten Hoffnungen der Geschäftsleitung. Das
hat uns letztlich zwar nicht gerettet, aber
dadurch kam so viel Geld in die NXP-Kasse, dass man über
eine anständige Abfindung und einen brauchbaren
Sozialplan verhandeln konnte.
Das konnten wir nicht ganz allein schaffen. Ein Trupp von Leiharbeitern unterstützte uns nach Kräften. Herzlichen Dank dafür und alles Gute für Eure Zukunft.
Humor ist wenn man trotzdem lacht
Schwerer Autounfall auf der A8 nähe Stuttgart. Drei Männer sofort tot. Sie stehen nun gemeinsam vor der Himmelspforte. Petrus - heute ziemlich schlecht gelaunt - öffnet die Tür und sagt: "Ich habe heute wenig Zeit, drum machen wir es kurz. Sagt mir Euren Namen und Beruf."
Mann Nummer eins stellt sich also vor: "Getatten, Häberle. Ich habe erstklassige Gebrauchtfahrzeuge verkauft. - Petrus langt kurzerhand zu einem
Hebel an der Wand. Zieht daran und schupps... eine Falltüre öffnet sich und Häberle wird direkt in die Hölle befördert.
Soweit unbeeindruckt tritt der zweite Mann hervor: "Maier - ich arbeite für die GEZ. Lassen Sie mich bitte eintreten." Ein böses Funkeln kommt daraufhin in die Augen von Petrus. Und er greift zu dem Hebel...
Total eingeschüchtert stellt sich nun der dritte Mann vor. Petrus ist voll sauer und hat bereits die Hand am Hebel. "Äh, ich heiße Krause
und habe in der Halbleiterfertigung geschafft.", sagt der Mann und der Schweiß steht ihm auf der Stirn - aber diesmal ist es der pure Angstschweiß. Petrus hakt nach: "Wo hast Du geschafft?" - "Bei NXP in Böblingen", entfährt es dem Manne und er macht sich auf das schlimmste gefasst. Aber plötzlich hellt sich das Gesicht von Petrus auf: "Du, mein Sohn kommst in den Himmel. Die Hölle hast du ja schon hinter dir".
Zum Schluss noch etwas lehrreiches zum Mitnehmen:
Ein Vogel flog nach Süden um
dort zu überwintern. Aber er
war zu spät dran und es war
schon sehr kalt. Darum musste
er auf einer Wiese zwischenlanden.
Ein Rindvieh kam des Weges und
schiss einen Riesenhaufen direkt
auf den kleinen Vogel. Der Vogel lag
nun in der Scheiße, aber er
spürte wie ihm warm wurde und
fühlte sich recht wohl. Da begann
er zu singen. Das hörte eine
Katze und sie zog den Vogel
aus der Scheiße, um ihn aufzufressen.
Allerdings schmeckte ihr der
kleine Stinker nicht und so
ließ sie ihn entkommen.
Der
Vogel war so stark geschwächt, dass er seinen Flug nicht fortsetzen konnte.
Und da sonst niemand in der
Nähe war, sprach er den Bullen
an, der ihm auf den Kopf geschissen
hatte. "Ich würde gerne wieder
ganz nach oben kommen, aber
mir fehlt die Energie."
Der Bulle riet ihm "Warum isst du nicht ein wenig von meinem
Dung? Er ist voller Nährstoffe."
Also
ruhte sich der Vogel ein wenig
aus und während
er sich daran erwärmte, pickte er
ein wenig von dem Kuhfladen.
Und tatsächlich - nach ein paar Tagen hatte
er wieder genügend Kraft und
erhob sich hoch in die Lüfte.
Dummerweise
war der Bauer grade auf Krähenjagt
und schoss den Vogel wieder
vom Himmel.
Was
lernen wir nun daraus?
1.
Nicht jeder der Dich bescheißt
ist Dein persönlicher Feind. 2.
Wer in der Scheiße steckt, sollte
den Schnabel halten. 3. Nicht jeder
der Dich aus der Scheiße holt,
ist Dein Freund. 4. Stinker
sind nicht sehr beliebt. 5.
Mit Bullshit kommst Du nach
oben, aber nicht für immer.
Nicht nur das geb. 35 (Kälteanlage, Kläranlage, und Trafostation sowie
Leitstelle) war voller Hightech, sonder auch der Rest der Gebäude. Ich hatte das
Ende genau so mitbekommen wie viele andere Mitarbeiter von NXP, und sehe eine
grauenvolle Zukunft auf unsere Halbleiterindustrie in Deutschland zukommen. Mit
der Beendigung der Halbleiterfertigung auf der Hulb, wurde ein weiteres Kapitel
der Nanotechnologie in Baden-Württemberg geschlossen. Nichts wird mehr so
werden, wie es einst war.
29.11.2011 - 18:04 Uhr
Berni aus Stuggi
Ich arbeite momentan in/an der neuen Halle auf dem NXP Gelände und kann nicht
verstehen, wie man so ein Werk plattmachen konnte. Irgendwann haben wir
garnichts mehr in Deutschland. Wenn man sieht, was da an allerbester Bausubstanz
und Technik in den Container wandert könnte man schreien. Armes Deutschland.
Hier ist Arbeit nichts mehr wert. Was war denn das Gebäude mit dem Kamin? Nur
Heizhaus. Das ist ja enorm, was da an Technik drinsteckt (und geschrettert
wird).
ch war auch bei IBM,Philips und letztendlich bei NXP. Bin wieder untergekommen und versuche gerade parallel frühere Ebayverkaufsaktivitäten hier regional zu
etablieren. Wenn es okay ist für Euch würde ich einen Banneraustausch
vorschlagen. Alles Gute für Euch und wer ein schönes echtes Schaffell braucht
ist bei uns im Schaffellteppichshop.de genau richtig.
Liebe
Grüße Andy
21.04.2010 - 16:53 Uhr
Bernd Trenkle aus Norwegen
Hallo Jörg, nach längerer Zeit und derzeit einem beruflichen Aufenthalt in
Stavanger, Norwegen, bin ich mal wieder auf deine Seite gestossen. Als
langjähriger Mitarbeiter (Sicherheitsingenieur) bei IBM, Philips und NXP hat mir
mal wieder das Herz geblutet als ich die Endzeit-Bilder unseres einst so
fortschrittlichen Halbleiter-Werks gesehen habe. Gruß Bernd Trenkle
16.01.2010 - 1:29 Uhr
Leiher Since 2004 aus Hamburg
Hallo Familie Wischnewski,
Glückwunsch zu der gelungenen Website. Und
ein Moin Moin aus NXP HAMBURG / Lok.
P.s. Ja NOCH gibt es uns
12.10.2008 - 20:57 Uhr
Michael Barges aus Wurmberg
Hallo Wischi,
habe mit Entsetzten die Fakten zum Untergang einer
rentablen Produktion gelesen. Selbst habe ich vom Januar 1988 bis Sommer 1992 in
der High-Tech Halbleiter-Schmiede gearbeitet. Erst ging es mit regulaeren
Schichten los, spaeter war eine Teilnahme an Konti unumgaenglich, war auch
hilfreich bei der Konvertierung von Temp zu IBM'er. Die Technische Zeitreise von
Perkin-Ellmer, ueber GCA Stepper hin zu Nikon NSR, spaeter im Cluster, war eine
Erfahrung wert. Waere nett mal etwas von dir zu hoeren. Dir und deiner Familie
alles Gute, vor allem Glueck und Gesundheit. Bin zur Zeit in Aegypten taetig.
Gruesse aus Kairo, vom Michael.
24.01.2008 - 16:09 Uhr
Martin Hafner
aus Ebersbach/Fils
Hallo Familie Wischnewski, hatte eure wunderschöne Homepage schon mehrmals
angesehen. Good Job! Schade, dass das mit der Hulb so tragisch endet. Habe über
30 Jahre in diesem Werk gearbeitet. Wünsche euch für die Zukunft alles
Gute!
Herzliche Grüße Martin
P.S.: Philips hat offensichtlich
den Kuckhermann-Link gelöscht oder verändert (Die Katze ist aus dem Sack).
25.10.2007 - 16:48 Uhr
Joachim Kolb aus Azmoos
Hallo Jörg, war gerade zufällig am Surfen im Internet und dachte mir, schaust
mal nach dem letzten Stand bei NXP und den alten Kollegen. So bin ich zufällig
auf Eure super HP gestossen. Bin noch so halbwegs informiert durch verschiedene
Kontakte. Ja traurige Sache, wie das jetzt so ausgegangen ist bei Euch. Die
gleiche Geschichte hab ich ja vor ziemlich genau 3 Jahren durchgemacht und bin
aus Frust damals mit der ganzen Familie in die Schweiz ausgewandert. Heute muss
ich sagen...War das ein Glück...die ganze Familie fühlt sich pudelwohl, ich hab
einen super Job bekommen und alle sind zufrieden. Was ich damit sagen will. In
jeder Veränderung liegt wieder eine neu Chance und auch bei Euch wirds
weitergehen. Also keep on fighting... by the way ..hier in Sargans wird eine
Chipfabrik gebaut mit 500 Arbeitsstellen im Endausbau. Ziemlich abgespacte
Sache. ...Mitten im Berg..Die Idee find ich super.
viele Grüsse an den
Rest der NXP Manschaft Joachim
22.08.2007 - 1:57 Uhr
Pepe aus Freising
Heute hat sich der Herr Hummel das erste mal bei uns Mitarbeitern aus der FAB
vorgestellt.MUss sagen das man einen guten Eindruck bekommt wenn man ihn sieht
und anhoert.Das einzige was wir hoeren wollen das unser 12std Schcihtmodel mit
Tag und Nacht und kaum frei abgeschafft wird, leider konnte er uns keine genaue
INFO geben. einer unserer Mitarbeiter hat ihn gefragt ob man mit ihm drueber
reden kann ohne das er gleich abblockt so wie unsere anderen Manager die alle
denken sie seien was besseres und wir nur "Scheibenschieber" ( Aussage unsere
operation Managerin H..Wilken) Wuerde gerne wissen ob sich der Herr Hummel bei
euch auch so Vorgestellt hat und den Eindruckt erweckt etwas zu veraendern.denn
ganz ehrlich wenn wir im zdnet Infos lesen und sehen ihn dann vor uns stehen,
sehen ist das wie 2 komplett verschiedene Menschen. Wir hoffen das er uns alle
wieder am leben teilnehmen laesst und uns ein anderes Schichtmodel vorlegt.
alles nur nicht das.12std keine erholung zwischendurch, tag nacht 6-18 und 18-6h
nur ein Wochenende frei und auch nur 8 std bezahlt rest geht auf ein konto.LOL.
bitte um INFO.....
21.08.2007 - 22:39 Uhr
TI ohne Ethik
hallo zusammen, wir arbeiten seit 2006 ein schichtmodel bei Texas Instr. in
Freising das mit Ethik nichts zu tun hat, keine Freunde mehr Frau und Kinder
beschweren sich und der Herr Hummel hat sich uns vorgestellt, macht ein richtig
guten eintrug aber das war bei euch doch acuh so oder????? reden kann er hat
bestimmt ohne ende Training dafuer bekommen, bin mal gespannt ob er das was er
uns verspricht und wie er angeblich sein soll auch haelt. Bei uns ist ein riesen
Problem das alle jetztigen die was zu sagen haben aus einer Garde oder Abteilung
kommen und sich schon eh und je die jobs und macht zugeschoben haben, STASI ist
kindergarten gegen unsere modul oder anderen Manager.Riester Wilken schachtner
Schroeter wie so alle heissen/..... Soll die entlassen oder mal so was arbeiten
lassen wie wir. Alles was uns gegenueber gesagt wird ist leuge und
schoenrederrei. Ihr tut mir auch leid. Pepe kenne ich und so wie wir denken
denken alle, wir sind nur noch Sklaven unseres Lohnes. Freizeit leben oder was
man schoenes am leben haben kann alles dinge die wir nciht kennen.3 tage frueh
48std frei 4 tage nacht 2 tage frei 4 tage frueh 48std frei dann wieder 3 tage
nacht usw.alle 3 wochen mal ein Wochenende frei.und zwischen den freien tagen
muessen wir nach der arbeit und acuh noch vor der arbeit mal schlafen also seht,
freizeit ohne ende, ein scheiss garnicht. bitte um info was und wie der herr
hummel sich bei euchg vorgestellt hat.!!!!und was da so abging. Hoffen alle
sehnsuechtig das der herr was aendert wie es sich auch anhoert er ist unsere
einzige hoffnung. hoffe wir sind nciht verlassen.
28.05.2007 - 09:40 Uhr
Jörg
Hallo, ich
danke für die Info
aus Freising und
bitte
um Entschuldigung
dafür, dass ich
einige Folgebeiträge
zu
diesem Thema hier
nicht veröffentliche.
Dies hier ist nur
ein Gästebuch und kein
Forum.
Bitte
meldet Euch vorzugsweise
bei unserem offiziellen
gemeinsamen Forum
von NXP Hamburg
und Böblingen filipsworld
an und schreibt
dort unter der Rubrik
"Schließung
des Standortes Böblingen".
Hallo Pepe super Info von Dir.Also dann seit Ihr ja gewarnt. Eine frühere
Aussage von unserem Dr. Hummel war: keinen Job länger als 2 Jahre zu machen! Er
hat im Jahr 2005 bei uns die Werksleitung übernommen und jetzt haben wir
2007.
25.05.2007 - 19:36 Uhr
Pepe
aus Freising
Intern haben wir heute gehoert das euer Herr Hummel, zu uns als FAB chef kommen
wird. also zu TEXAS INSTRUMENTS.
05.04.2007 - 11:41 Uhr
Gernot Aichele
aus Grafenau
Hallo Herr Wischnewski, Gratulation zu Ihrer hervorragenden WEB Page und
Ihrer objektiven Berichterstattung. Als ehemaliger IBM Mitarbeiter (TAE Manager)
verfolge ich die Entwicklung mit großer Bestürzung; nicht in den schlimmsten
Träumen hätte ich mir dies vorstellen können. Das überaus Fatale daran ist, dass
ein "Mitarbeiter" aus den eigenen Reihen diese Abwicklung durchführt, Aachen war
damals weit weg ! Auch der Beitrag von Herrn Hummel zum Flugfeld ist
bezeichnend: viel blauer Dunst um Nichts, so war's schon immer - aber die
Powerpoint Präsentation absolut super. Viel Kraft und Ausdauer wünscht Ihnen und
der gesamten Belegschaft G.Aichele
ich betreue seit Beginn des Tarifkonfikts das Forum der
Hamburger Kollegen. Die Nachricht von der Schließung unserer "Schwesterfabrik"
hat natürlich erstmal alle geschockt, kam aber nicht überraschend. Die schlechte
Auslastung eurer Fabrik war auch in Hamburg allgemein bekannt und es wurde schon
seit geraumer Zeit darüber spekuliert wie lange das noch so weitergeht. Die
Pläne zur Abwicklung von Böblingen liegen sicher schon seit langem in den
Schubladen und wurden von NXP gleich mitgekauft. Ich persöhnlich denke man hat
euch bewusst "ausgehungert". In Hamburg hat sich nach der ersten Aufregung die
Lage wieder beruhigt und das übliche "Mir ist nichts passiert, also mach ich
weiter wie bisher" ist eingekehrt. Der Mensch ist halt vergesslich. Ich hoffe
ihr stellt noch was auf die Beine um euren Fall in die Öffentlichkeit zu
bringen. Die "Hamburger" werden euch unterstützen.
Ich wünsche dir,
deiner Familie und den Böblinger Kollegen alles Gute und drück euch beide Daumen
für die Zukunft.
Hallo Jörg und Familie, Bei der Suche nach Informationen über NXP Böblingen
bin ich auf Deine Homepage gekommen, die mir sehr gut gefällt. Nachdem ich
selbst 31 Jahre bei Philips in Hamburg tätig war, hat mich die Information über
die Schließung von NXP Böblingen schon überrascht. So möchte ich Dir und Deiner
Familie nur alles Gute für eine gesicherte Zukunft wünschen. Viele Grüße von
Manfred aus Norderstedt
29.03.2007 - 22:44 Uhr
Marcus
aus Tübingen
Hi Wischi, tolle Seite, was man so alles findet wenn man nach NXP
googelt;-) Früher waren es nur Wasserschlachten, da hatte man noch Spass auf
der Hulb...aber jetzt kann man nur von einer Schlammschlacht reden. Gruß an
alle CMPler Marcus
27.03.2007 - 15:37 Uhr
Walz
aus Gärtringen
Hallo, habe auf der Suche nach Neuigkeiten bei NXP diese HP gefunden. Mein
Mann gehört selber zu den Betroffenen. Er ist seit 30 Jahren dabei und wird im
Sommer 51 Jahre alt. Unser Haus ist auch noch nicht abbezahlt. Es kommen
rosige Zeiten auf uns zu. Er hat schon letztes Jahr nach dem Verkauf an die
"Heuschrecken" gesagt, er sei gespannt,wie lange es auf der Hulb noch
weitergeht. Jetzt weiß er es.
Ich wünsche euch alles Gute für die
Zukunft. Laßt den Kopf nicht hängen. (Wir versuchen es zumindest).
23.03.2007 - 19:47 Uhr
Ingo
aus Kleve
Hallo, war gestern morgen sehr erschrocken das Boeblingen geschlossen wird.
Habe viel mit euch zusammengearbeitet. Wünsche dir alles gute. Bin selber
letztes Jahr Opfer von BL Display Driver in Zürich geworden, wo Herr Hummel auch
Chef war. Ich frage mich ob er als er bei euch angetreten ist alles schon wusste
und nur als Aufräumer gedient hat. Aber ich kann dir sagen, das es die ersten
Monate wohl schwierig ist, aber über kurz oder lang findet man einen neuen Job
und die Welt ist in Ordnung. Kopf nicht hängen lassen. Alles Gute
21.03.2007 - 15:11 Uhr
Erwin Mächtl
aus Grafenau
Hallo Jörg, ich bin durch Zufall auf deine HP gestoßen. Wollte bei Google mal
schauen was es Neues über NXP gibt. Man hört und liest ja die tollsten
Geschichten. Klasse HP zwar nichts aufregendes aber viel interessantes und echt
toll gemacht. Alles Gute für die Zukunft wünscht dein ehemaliger SL Erwin Mächtl
Die obigen Einträge sind
nur der NXP betreffende Ausschitt aus dem
Gästebuch unserer Familien-Homepage. Klicke auf den Link
"Zum Gästebuch", um alle Gästebucheinträge
anzuschauen, oder benutze den Button "Eintrag
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