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Unser Bier-Lexikon

Titelbild

Gerstensaft von A bis Z

 

Abfüllen:
Das Abfüllen ist eine Tätigkeit, bei der das Bier in die Flasche gelangt. In den modernen Brauereien der heutigen Zeit wird das von riesigen Maschinen erledigt, die locker in wenigen Minuten mehrere 1000 Flaschen abfüllen. Aber auch so mancher brave Zecher ist abends gut abgefüllt, wenn er seine Stammkneipe verlässt...

Abgestanden:
Ein anderer guter Bierkenner schriebt dazu folgenden Weisen Schluss:
"Dies ist der traurige Zustand eines einst so frischen und köstlichen Bierchens. Nichts auf der Welt zeigt in so kurzer Zeit die Vergänglichkeit alles Schönen derart deprimierend an wie ein abgestandener Bierrest am nächsten Morgen neben einem vollen Aschenbecher."

Ägypten:
Genau wie die Babylonier stellten auch die alten Ägypter vor über 3000 Jahren ihr Bier direkt aus ungebackenem Brotteig her. Zur Geschmacksverfeinerung gaben sie dem Sud gern Datteln hinzu. Ja, sogar noch heute brauen die Fellachen (Bauern am Nil) ihr Bier auf diese Weise. Somit blicken die Ägypter wohl auf die längste Biergeschichte zurück.
Ganz sicher spielte Bier eine große Rolle im Alltag der Pyramidenbauer. Daher gab es auch Hieroglyphen, die sich mit Bier und Brauerei befassten:
Bier - "henket" - sah zum Beispiel so aus:  Henket
Afti  Und hier sehen wir den Brauer - "afti" - bei der Arbeit.

(Quelle: Im Rahmen der WDR-Sendereihe "Quarks und Co." wurde am 24.09.1996 die Sendung "Die Wissenschaft vom Bier" ausgestrahlt. Begleitinformationen bzw. das gesamte Skript zu der Sendung fand man online auf der WDR-Homepage. Inzwischen ist diese Information in Form eines PDF-Dokumentes archiviert worden. Du findest es, wenn Du die WDR-Such-Seite www.wdr.de/tv/home/suche.jsp aufrufst und dort einfach nach dem Begriff "Bier der Pharaonen" suchst.)

Anstoßen:
In der dunklen Zeit des Mittelalters kam es vor, dass ein unliebsamer Zechkumpan mit einer Portion Gift ins Jenseits befördert wurde. Daher galt es als allgemeiner Vertrauensbeweis, wenn man mit den massiven Bierhumpen kräftig anstieß, so dass einiges von dem Inhalt in den Krug des anderen schwappte.

Aventinus:
Dieser Weizen-Doppelbock (18,5 % Stammwürze) von der privaten Weissbierbrauerei G.Schneider & Sohn (Kelheim/München) ist nicht nur Bayerns ältestes Weizenstarkbier, sondern er gilt mit seinen 8 Volumenprozent Alkoholgehalt auch als wirklich starkes Stück. Traditionell obergärig gebraut (Flaschengärung) hat die dunkelrubinfarbige perlende Spezialität eine eigene Fangemeinde - in Bayern und über Bayern hinaus!

Babylon:
Als im 2. Jahrtausend vor Christus das sumerische Reich zerfiel, übernahmen die Babylonier das Zweistromland. Ihre Kultur baute auf der sumerischen auf. Auch die Kunst des Bierbrauens übernahmen und verfeinerten sie. Ihr Lagerbier wurde sogar bis in das 1000 km entfernte Ägypten exportiert. Der babylonische König Hammurabi erließ zur damaligen Zeit das älteste in der Biergeschichte bekannte Lebensmittelgesetz inklusive Reinheitsgebot und Bierverteilungsregel.

Bayern:
Das größte Bundesland in Deutschland ist der Freistaat Bayern. Es ist das Land der Brauer und der Biertrinker. Hauptstadt: München. Haupttreffpunkt: Das Münchner Hofbräuhaus. Hier gilt Bier immernoch als das "flüssige Brot", also als Grundnahrungsmittel, welches nur unter strenger Beachtung des Reinheitsgebotes hergestellt werden darf. Die meisten Brauereien befinden sich in Franken. Aber nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland und auch im Nachbarland Österreich ist Bier das meistgetrunkene (alkoholische) Getränk. Während die MEnschen im übrigen Deutschland hauptsächlich Export (Lager) und Pilsener bevorzugen, wird in Bayern am liebsten das Weißbier getrunken. Man behauptet gern, die Bayern hätten es erfunden. Immerhin kam die Idee irgendwann im 16. Jh. von Böhmen nach Bayern. Weizen war aber zu kostbar und sollte der Ernährung dienen. Außerdem bedeutete die Tributzahlung für das Privileg Weizenbier brauen zu dürfen eine gute Einnahmequelle für den jeweiligen bayrischen Herzog / Kurfürst. Dieses Weißbiermonopol hielt sich bis August 1798, als der bayrische Kurfürst Karl Theodor es endlich aufhob.So konnte zunächst jeder in Bayern (gegen entsprechende Gebühr) das Weizenbraurecht erwerben. Durch die zusätzlichen Abgaben war das Weizenbier zu dieser Zeit teurer als normale Gerstenbiere. Otto Normalbayer hat es daher kaum getrunken. Erst viel später, so ab 1965 begannen die Bayern das Weizenbier zu exportieren und fanden vor allem auch selbst Geschmack daran. Plötzlich war 'Weißbier' das traditionelle Getränk der Bayern und auch in Norddeutschland und im Ausland wird es als Hefe- oder Kristallweizen immer beliebter. Inzwischen ist Bayern das mit Abstand führende Bundesland sowohl bei der Weizenbierherstellung als auch beim Weizenbierverbrauch.

Bier:
Bier ist ein alkoholisches und kohlensäurehaltiges Getränk auf Basis von Getreidestärke.
Die Herstellung von Bier nennt man "brauen". In der Brauerei wird die Stärke in Zucker umgewandelt und daraus die erste Hauptzutat, das Malz gewonnen. Weitere Bestandteile von Bier sind Wasser und Hopfen. Außerdem wird Hefe verwendet, um die Gärung in Gang zu setzen. Weitere Zutaten sind gemäß dem deutschen Reinheitsgebot nicht erlaubt. Bei der Gärung entsteht Alkohol. Bier enthält normalerweise ca. 4 bis 5 Volumenprozent Alkohol, Starkbiere enthalten etwa doppelt so viel Alkohol. Eines der stärksten Biere Deutschlands - EKU28 hat einen Alkoholgehalt von 11%. Es stammt aus Kulmbach. Und genau dort scheint auch die deutsche Biergeschichte zu beginnen.

Biergeschichte:
Bierbrauen ist eine uralte Fertigkeit, und sie ist über die ganze Welt verbreitet: In Südamerika gibt es ein Maisbier, in Japan Reisbier, in einigen afrikanischen Ländern macht man Hirsebier, und in Deutschland wird Bier seit Jahrtausenden aus der Gerste gebraut.
Vor ungefähr 6000 Jahren entdeckten die Sumerer durch einen Zufall den Gärungsprozess. Und später, bei den Babyloniern, gab es eine ausgeprägte Kneipenkultur mit 20 Biersorten. Acht davon wurden aus Emmer, einer antiken Getreidesorte gebraut, weitere acht aus Gerste und vier bestanden aus verschiedenen Getreidegemischen. Das Bier war damals noch ungefiltert und trübe. Da die Rückstände im Bier sehr bitter waren, verwendeten die Babylonier eine Art Strohhalm, damit sie nichts von dem bitteren Zeug in den Mund bekamen. Sogar ein Reinheitsgebot gab es damals schon.
Auch im alten Ägypten - vor ca. 2000 bis 3500 Jahren - wurde ordentlich gezecht, denn fast die Hälfte der Getreideernte (ebenfalls Gerste und Emmer) floß damals in die Bierproduktion. Eine britische Forscherin von der Universität Cambridge hat anhand von gut erhaltenen Rückständen aus Trink- und Braugefäßen nachgewiesen, dass das Prinzip des Mälzens und Maischens dort vor 3500 Jahren schon bekannt war. Bisher hatten Forscher geglaubt, das Nationalgetränk der Urägypter sei aus vergorenen Brotstücken entstanden. Dies hatten sie aus Grabbeigaben und Wandmalereien herausinterpretiert.
Das erste deutsche Bier wurde wohl um 800 vor Christus gebraut. Dies ließ sich anhand von Bieramphoren nachweisen, die bei Kulmbach gefunden wurden. Während die Babylonier beispielsweise das Bier den Göttern opferten, war es bei den Germanen für die Sterblichen gedacht. Den Götten hingegen war der Wein vorbehalten. Und den Met gedachte man den Bewohnern des Totenreiches zu. Wie bei den Babyloniern war aber das Bierbrauen Aufgabe der Frauen, genau wie das Brotbacken.

 

Bierkategorien:

Alkoholfrei / Alkoholarm
Bier mit weniger als 0,5 % Alkohol gilt als alkoholfrei. Unter 1,5 % Alkohol gilt es als alkoholarm. Erreicht wird dieser geringe Alkoholgehalt, indem man den Gärprozeß frühzeitig abbricht oder/und den Alkohol mittels Dialyse entzieht.

Einfachbier
Mit 2 bis 2,5 Prozent Stammwürze und so grade eben 1,5 % Alkoholanteil ein schwaches Bierchen. Der Übergang vom Alkoholarmen zum Einfachbier ist fließend.

Schankbier
Mit einer Stammwürze von 7 bis 8 Prozent sind Schankbiere etwas für Leute, die auf Alkohol (weniger als 3%) keinen gesteigerten Wert legen, sich mit dem schlappen Einfachbier aber auch nicht abfinden können. Der Marktanteil ist in Deutschland verschwindend klein. Eins der bekanntesten Schankbiere ist z. B. die "Berliner Weisse".

Vollbier
Während Einfach- und Schankbiere nicht mal 1 % des Bierkonsums in Deutschland darstellen, trinken die Deutschen normalerweise Vollbier. Dies hat 3 bis 5 % Alkohol und 11 bis 14 % Stammwürze.

Spezial
Vollbier mit über 13 % Stammwürze und somit stets etwas höherem Alkoholgehalt.

Starkbier
In der Fastenzeit durften die Mönche zwar nichts essen, aber das Trinken war ihnen nicht verboten. So "kochten" z. B die Paulaner ab 1629 ein dickes, nahrhaftes Bier mit mächtig hohem Stammwürzegehalt, das sie "Sankt-Vaters-Bier" nannten. Die Bayern gaben ihm den Spitznamen "Salvator". Viele Brauer kopierten das erfolgreiche Starkbier, und seitdem endet fast jedes Doppelbock auf "ator", wie z. B. auch der "Kulminator", welcher zu den stärksten Bieren der Welt zählt. Starkbiere haben wenigstens 6 % Alkohol und 17 % Stammwürze 

Bierkategorien in Holland:

Es würde wohl den Rahmen meines kleinen Bierlexikons sprengen, wenn ich hier auch noch auf die weltweit unterschiedlichen Benennungen eingehen würde. Aber die Einteilung unserer niederländischen Nachbarn kommt manchen etwas kurios vor:Daher will ich sie hier mal kurz erklären:

Abhängig vom Stammwürzegehalt vor der Gärung unterscheidet man in den Niederlanden folgende Bierkategorien:
  • CAT III Stammwürze 1 - 4 %, Alkohol max. 2% entspr. "Alkoholarm"
  • CAT II Normalbier Stammwürze 7 - 9 %,Alkohol 2,5 - 5% entspr. "Normalbier / schwaches Vollbier"
  • CAT I Stammwürze 11 - 13,5 %,Alkohol 4,5 - 6% entspr. "(schwaches) Spezial"
  • CAT S Stammwürze über 15%, Alkohol über 6% entspr. "Starkbier"


Biergkrug
:
Ein gutes Bier muß kühl und frisch sein. Außerdem will auch das Auge genießen. Daher haben Biergläser stets besonders schöne Formen. Ein Pils trinkt man aus einer Tulpe, ein zünftiges Export-Bier jedoch wird aus einem Krug getrunken. Für echte Genießer fertigt man spezielle, reich verzierte Krüge an, die mit einem Deckel versehen sind, damit das Bier nicht so bald abstehen kann. Die schönsten Biergkrüge der letzten 5 Jahrhunderte kann man seit 1994 auch in Deutschlands erstem und weltweit einzigem Bierkrugmuseum begutachten. Im oberschwäbischen Kurort Bad Schussenried (Ortsteil Steinhausen) werden über 1200 historische Bierkrüge liebevoll präsentiert. Mit dabei auch der größte handgeschnitzte Holzbierkrug der Welt.

 

Biersorten:

Ale:
Großbritannien hat zwar deutlich weniger Brauereien als Deutschland, aber bei der Vielzahl der angebotenen Biere vor allem auch bei der Zahl der Pubs und Kneipen können die Inselbewohner durchaus mithalten. Gasthausbrauereien und regionale Brauereien sind es, die auf der Insel vorzugsweise die traditionellen Bierarten brauen. Ihre besondere Stärke ist das Ale im Faß, ein nicht pasteurisiertes, ungefiltertes, natürliches und letztlich auch noch handgezapftes Bier. Man nenn es dann auch "Real Ale".
Man sagt, die Briten trinken ihr Bier warm. Nun, das Ale wird warm vergoren und wenn man es gar zu kalt trinken würde, dann würde es sein Aroma nicht mehr voll entfalten können. Wenn man es freilich mit einem kühlen Weizen oder gar mit einem eiskalten US-Lager vergleicht, dann mag uns ein britisches Ale schon recht warm vorkommen. Aber es stimmt nicht, dass mancher britischer Feinschmecker es mit einem speziellen Tauchsieder auf Temperatur hält. Die normale Temperatur für ein gutes englisches Ale beträgt 13 Grad Celsius. Also deutlich unter der üblichen Raumtemperatur im Pub.
Manches schottische Ale, altes Ale und "Barleywines" ist recht stark. Andere Ales sind aber eher schwach. Dass man nach wenigen Gläsern trotzdem unter dem Tisch liegt, liegt dann wohl eher daran, dass man aus dem traditionellen Pint-Glas trinkt, welches 0,57 Liter des dunklen Gesöffs fasst und üblicherweise randvoll eingeschenkt wird - ohne Blume.
Neben dem Ale und dem Stoud (einem dunklen und sehr sahnigen Bier) bieten britische Bars und Pubs aber auch das Standardbier "Bitter" an. Dies ist ein ziemlich leichtes Bier mit wenig Kohlensäure und recht geringem Alkoholgehalt. Es schmeckt allerdings nicht bitter, wie sein Name vermuten ließe. Die Bezeichnung "Bitter" stammt noch aus alten Zeiten, als erstmals Hopfen verwendet wurde.

Alt:
Abkürzung für "nach Alter Art gebraut". Herzhaft aromatisches, obergäriges, stark gehopftes Vollbier. Dunkel durch starke Malzröstung. Jedoch mit weniger als 12 % Stammwürze kein Starkbier.

Berliner Weisse:
Obergäriges, sehr helles Schankbier, das dem Uneingeweihten völlig ungenießbar erscheint. Serviert man es aber eiskalt mit Strohhalm und unter Zugabe von süßem Sirup (bevorzugt Waldmeister- oder Himbeergeschmack), so wird es zu einer echten Spezialität für Leckermäuler!

Bock:
Dunkles oder auch helles, untergäriges, malzaromatisches Starkbier mit einem Stammwürzegehalt oberhalb 16% oder als Doppelbock sogar mit bis zu 20 %. Daraus resultiert ein Alkoholgehalt von deutlich über 5 %. Unter den Weizenbieren gilt z.B. das "Aventinus" als wirklich bockstarkes Bier.

Eis-Bock
In der Chronik der Kulmbacher Brauerei ist nachzulesen, dass ein Brauerei-Lehrling einst an einem strengen Wintertage vergessen hatte, die mit Bockbier gefüllten Fässer in den Brauereikeller zu schaffen. Am nächsten Tag war das Bier gefroren und die Fässer waren alle zerborsten. Aber als das Wasser in dem Bier zu Eis gefroren war, hatte sich der Alkohol vom Wasser getrennt und in der Mitte vom Fass angesammelt. So fand man in mitten der Eisblöcke jeweils noch einen ungefrorenen Bierextrakt, der ziemlick lecker schmeckte.
Also leitete man daraus ein Brauverfahren ab, bei dem ein Doppelbock mit über 7% Alkoholgehalt entsteht - das Eis-Bock, oder: "Bayrisch Gfrorns".
Das derzeit stärkste Eis-Bock in Deutschland stammt eben aus dieser Kulmbacher Brauerei. Es heißt EKU 28.

Export:
Untergäriges, weniger stark gehopftes Vollbier mit hoher Stammwürze (bis zu 14 %) und vollmundigem, nicht bitterem Geschmack, wobei es zu deutlichen regionalen Unterschieden kommen kann. So schmeckt z. B. das "Dortmunder" Export nach herbem Hopfen, während das Bier in den bayerischen Bierkrügen einen weichen Malzgeschmack hat.

Kölsch:
Obergäriges, hopfenbitteres Vollbier mit geringer Stammwürze. Sozusagen ein helles Alt. Es ist eines der herbsten deutschen Biere und darf nur in Köln gebraut werden!

Lager:
Untergäriges, schwächer gehopftes Vollbier mit Stammwürze unter 12 %. Wurde früher so genannt, weil es länger als normales Bier lagerfähig war. Heute meint man damit ein leichtes Bierchen mit geringem Alkoholgehalt und mildem Geschmack.

Malzbier:
Obergäriges "Kinderbier", das neben den Kohlehydraten aus dem Malz noch zusätzlich gezuckert ist. Wird kurz angegoren, enthält also auch Alkohol bis 1,5 %.

Märzen:
Eine süddeutsche Spezialität, welches vor allem beim Münchner Oktoberfest und beim Cannstatter Vasen in Stuttgart ausgeschenkt wird. Dieses untergärige Vollbier wurde früher nur im März gebraut. Daher der Name.

Pils oder Pilsner oder auch Pilsener:
Untergäriges, stark gehopftes Helles. Viel Kohlensäure unterstützt den süffigen, betont hopfenherben Geschmack. Mit einer Stammwürze um 12 % und 4 bis 5 Prozent Alkohol gehört es zu den Vollbieren. Pilsner ist die meistgetrunkene Biersorte in Deutschland. Seinen Namen hat das Bier von der Stadt Pilsen, wo diese Sorte erstmals gebraut wurde. Ein Pils ist also ein Bier nach Pilsner Brauart. 1913, gewann die Bitburger Brauerei einen 2-jährigen Rechtsstreit gegen die Pilsner Brauereien und durfte erstmals die Bezeichnung "Pilsener" für ein deutsches Bier verwenden.
Es heißt, ein gut gezapftes Pils dauert 7 Minuten. Mag schon sein, dass es einem so lange vorkommt, wenn man vor der leeren Tulpe sitzt. Tatsächlich aber wird ein Pils in mehreren Schüben innerhalb von ca. 3 Minuten gezapft. So viel Zeit muß sein, denn es schäumt recht heftig beim Zapfen und nach jedem Schub muß man erst warten, bis sich der Schaum weitgehend abgebaut hat.

Weizen (in Bayern: Weißbier):
Obergäriges Bier aus Weizenmalz. Schwach gehopft, dadurch malzaromatischer Geschmack. Außerdem mit viel Kohlensäure versetzt. Als "Naturtrübes" oder "Hefeweizen" sehr hefehaltig. Oder als klargefiltertes "Kristallweizen". Genau wie Gerstenbier ist auch Weizenbier als Vollbier oder als Starkbier erhältlich und kann nach Röstungsgrad hell oder dunkel aussehen.
 
Ist "Weißbier" gleichbedeutend mit "Weizenbier"?
Ja. Und zwar hat man vor der Einführung des Weizenbieres im 16. Jh. in Bayern die Biere nach ihren Farben unterschieden. "Weißbier" war einst also tatsächlich ein sehr helles Bier. Während die dunklen Biersorten alle aus Gerste bestanden, waren die Weizenbiere (bis auf wenige Ausnahmen vielleicht) immer helle Biere. So bürgerte sich für die Weizenbiere die Bezeichnung "Weißbier" ein. Erst mit dem "Weizenbierboom" und dem Export des Weizenbieres ins Ausland ab den 1960er Jahren erweiterten die Weißbierbrauereien ihr Sortiment auch zunehmend auf dunkle Sorten. Die nennt man in Bayern nun "dunkle Weiße" oder gar "schwarze Weiße"; im übrigen Deutschland sagt man dazu "helles -" oder "dunkles Hefe".

 

Biersteuer:
Seit über 100 Jahren gelten bei uns geringere Steuersätze für kleine Brauereien. Diese Regelung wird auch "Biersteuermengenstaffel" genannt. Sie sorgt dafür, dass größenbedingte Wettbewerbsnachteile kleiner Brauereien gegenüber den großen Braukonzernen ausgeglichen werden, was unserer Bierkultur sehr zu Gute kommt, da mittelständische und kleine Brauereien sich besser behaupten können und damit die Vielfalt unterstützt wird. So verfügt die Bundesrepublik Deutschland heute noch über mehr als 1.200 aktive Braustätten, die rund 5000 Biersorten herstellen - mehr als alle anderen europäischen Staaten zusammen!
Diese nützliche Regelung wurde sogar im Jahre 1992 in die europäische Steuerstruktur aufgenommen. Nun ist es aber so, dass im Biertrinkerland Deutschland insgesamt nur eine sehr geringe Biersteuer fällig wird, so knapp 10 Euro pro Hektoliter. Unsere Nachbarn in Europa zahlen locker das 2- bis 4-fache. Recht teuer ist das Bier z.B. in England, wo pro Hektoliter fast 50 Euro an den Fiskus gezahlt werden müssen. Und die Finnen, die spinnen! Die führen über 140 Euro pro Hektoliter an ihren Staat ab. Damit sind sie unbestrittener Biersteuer-Spitzenreiter. Überleg mal: knapp 30 Cent Steuern auf ein ein 0,2er Gläschen Bier!
Die EU wünscht sich nun eine erhöhte Biersteuer in Deutschland (ca. 25% mehr), um Wettbewerbsverzerrungen auf dem Eu-Markt zu vermeiden. Und was macht unser Staat? Er kürzt die ermäßigten Biersteuersätze mit Beschluss des Bundestags und Bundesrats am 19.12.2003. Ohne jede Übergangsregelung ist dies zum 01.01.2004 in Kraft getreten. Das heisst, die kleinen und mittleren Brauereien müssen nun eine deutlich höhere Biersteuer zahlen. Und angesichts der Konkurrenz können sie diese Last nicht einfach an den Kunden weiter geben. Über Kurz oder lang wird das also zur Schließung vieler Brauereibetriebe führen. Das bedeutete noch mehr Arbeitslose. Aber noch ist nicht alles verloren. Der Bundesverband mittelständischer Privatbrauereien wehrt sich gegen die Biersteuererhöhung und hat eine Verfassungsbeschwerde eingereicht.
(Quelle: http://www.presseportal.de/story.htx?nr=537683)

Blume (oder Krone oder selten auch "Haube" genannt):
Beim Einschenken des Gerstensaftes wird die Kohlensäure freigesetzt. Sie reißt Bierflüssigkeit mit an die Oberfläche und so bildet sich reichlich Schaum, der je nach Konsistenz der Bierflüssigkeit aus mehr oder weniger kleinen Bläschen besteht. Je kleiner die Bläschen sind, desto stabiler und weißer ist der Schaum. Die typische Schaumkrone auf einem frisch gezapften Bier nennt man "Blume".

Warum ist der Schaum eigentlich weiß?
Diese Frage stellt sich, wenn man davon ausgeht, dass ein Bier ja irgendwie goldgelb bis braun ist. Dann sollte der Schaum doch eigentlich auch eine ähnliche Farbe haben. Tatsächlich beobachtet man bei sehr dunklen Bieren oder bei Bier-Mischgetränken (z.B. Cola-Bier) eine gewisse Verfärbung. Doch im Großen und Ganzen ist der Schaum immer weiß.
Und zwar besteht die Hülle der Blasen aus Bierflüssigkeit und ist so dünn, dass sie eigentlich durchsichtig ist. Im Inneren der Blasen befindet sich ein ebenfalls durchsichtiges Gas, die Kohlensäure. Eigentlich müsste der Schaum also insgesamt unsichtbar sein... Aber streng nach den Gesetzen der Optik bewirkt der Übergang vom dichteren Medium (Bierflüssigkeit) zum weniger dichten Medium (Kohlensäuregas) und umgekehrt eine starke Lichtbrechung. Ab einem bestimmten Winkel des Lichteinfalls wird das Licht dabei sogar reflektiert. Je kleiner die Bierschaumbläschen sind, desto öfter wird das Licht gebrochen, bis es die Blume durchwandert hat und um so weißer erscheint der Schaum, denn dann wird auch besonders viel von dem einfallenden Licht reflektiert. Die Farbe des Schaumes richtet sich also allein nach der Farbe des einfallenden Lichts. Zwischen den Blasen kann aber auch etwas zusätzliche Bierflüssigkeit aufsteigen, die den Schaum dann etwas eintönt. Das macht sich aber nur bei sehr dunklen Bieren oder bei Verunreinigung der Flüssigkeit (z.B. mit Cola) bemerkbar.

Warum fällt die Blume schon nach kurzer Zeit in sich zusammen?
Wissenschaftler der Harvard-Universität in Boston haben sich näher mit dem Bierschaum befasst. Ja, wirklich! Demnach ist der Bierschaum ein Gemisch aus Gasbläschen und Flüssigkeit (Das Gas ist natürlich die Kohlensäure). In den kleinsten Bläschen herrscht der höchste Gasdruck. Daher platzen sie zuerst. Ein Teil des frei werdenden Gases dringt in benachbarte Bläschen ein, wodurch deren Gasdruck wiederum ansteigt. Sie werden größer und platzen schließlich auch. So kommt eine Kettenreaktion in Gang, wobei die Blasen immer größer und labiler werden und natürlich zahlenmäßig abnehmen. Also nimmt auch die Schaummenge stetig ab. Dieser Vorgang beschleunigt sich, weil die Flüssigkeit zwischen den wachsenden Blasen immer besser abfließen kann.

 

Brauerei: (natürlich streng nach dem deutschen Reinheitsgebot)

1. Mälzen
Getreide (zumeist Gerste, aber auch Weizen oder Mais) wird durchfeuchtet und beginnt dadurch zu keimen. Dabei wird Stärke in Zucker verwandelt, und es entsteht Malz.

2. Darren
Das Malz wird getrocknet und dabei mehr oder weniger stark geröstet. Je stärker die Röstung, umso dunkler wird das Malz und umso dunkler wird dann auch das Bier, wie z. B. das "Alt".

3. Maischen
Das geschrotete Malz wird in warmem Wasser eingeweicht, wobei sich die restliche Stärke in Zucker verwandelt.

4. Würzekochen
Der gefilterte Biersud (die "Würze") wird unter Zugabe von Hopfen gekocht. Dabei verdampft viel Wasser, wobei der Stammwürzegehalt steigt.

5. Gärung
Nach schneller Abkühlung gelangt das Bier zur Gärung, wo die zugesetzte Hefe den Zucker in Alkohol und Kohlendioxid aufspaltet. Dabei unterscheidet man untergäriges und obergäriges Bier.

Braukurs:
Lernen Sie alles über die wertvollen Zutaten und die Vorgänge beim Bier brauen. Lassen Sie sich in die Geheimnisse der Braukunst einweihen. Buchen Sie einen Braukurs, beispielsweise über das Erlebnis und Geschenkeportal Mydays.

Emmer:
Schon die alten Ägypter und sogar die Babylonier haben Emmer angebaut und daraus Brot gebacken und Bier gebraut. Dieses uralte Getreide ist reich an Eiweiß und Mineralien, ist aber durch ertragreichere Weizen-Sorten verdrängt worden, die sich letztlich auch besser für die maschinelle Brotherstellung eignen. Heute ist der Emmer nahezu ausgestorben und wird nur noch im Rahmen spezieller Projekte angebaut. Einige Bäcker entdecken es grade wieder neu und backen damit z.B. herrlich geschmackvolle Vollkornbackwaren. Die Brauerei Falken aus Schaffhausen in der Schweiz braut damit ein Schwarz-Bier, welches verblüffend mundet. Verwendet wird der Schaffhauser Emmer aus dem Klettgauer Emmer/Einkorn-Projekt, sowie Stammheimer Hopfen.
 

Flaschenöffner:
Eine Bierflasche mit Drehverschluss habe ich persönlich noch nicht gesehen. Ich würde das für einen totalen Stilbruch halten. Wenn also eine Flasche Bier nicht mit dem guten alten Bügelverschluss versehen ist, dann findet man einen Kronkorken vor. Dieser sitzt bombenfest und kann nur unter Zuhilfenahme eines geeigneten Werkzeugs vom Flaschenhals entfernt werden. Die Standardausführung wird auch als 17er Schlüssel bezeichnet. Der echte Kampftrinker hat ihn immer bei sich. Manch einer meint allerdings, ihn überhaupt nicht zu benötigen. Es gibt sogar eine Homepage, die sich mit Alternativen beschäftigt.

Flüssiges Brot:
Umgangssprachliche Bezeichnung für Bier. Vermutlich entstand dieser Ausdruck in Bayern, wo es ein unverzichtbares Nationalgetränk ist. Andere behaupten, es sei ein Werbeslogan aus den 50er Jahren. Damals war die ausreichende Ernährung durchaus noch ein Problem für viele Deutsche. Und man pries daher das Bier als nahrhaftes "flüssiges Brot" an.
Bier und Brot sind tatsächlich miteinander verwandt: Auch der Brotteig beginnt unter Zugabe von Hefe zu gären. Doch während das freigesetzte Kohlendioxid als Treibmittel nutzbar wird, verbrennt der Alkohol im Backofen.
Historiker meinen, der Begriff sei viel älter. Vor über 5000 Jahren wurde im alten Babylon bereits Bier unter Zugabe von Fladenbrot gebraut. Man nannte es daher auch "das verflüssigte Brot". Tatsächlich ließ sich das Brot aber nicht einfach verflüssigen. Um dieses und weitere feste Stoffe nicht in den Mund zu bekommen, trank man das Bier daher mit Strohhalmen. Übrigens hatten die Babylonier bereits ein Reinheitsgebot.

Franken, Oberfranken:
Eine der schönsten und abwechslungsreichsten Gegenden Deutschlands ist das nördliche Drittel von Bayern. Zu diesem Land nördlich der Donau und beidseits des Mains gehören die Städte Würzburg (Unterfranken), Nürnberg (Mittelfranken) und Bayreuth (Oberfranken), um nur eine Orientierung zu vermitteln. Man sagt, dass Franken sich genau in der räumlichen Mitte Europas befindet und nirgends sonst in Deutschland findet man eine derartige Konzentration des Kulturerbes. So heißt es denn auch gerne: "Das europäische Herz schlägt in Franken."

Aber das ist natürlich nicht der Grund, weshalb ich es hier im Bierlexikon erwäne. Franken ist auch bekannt für seine extrem hohe Brauereidichte. So wird insbesondere Oberfranken mit seinen 200 Brauereien als das Zentrum der bayrischen Braukunst bezeichnet. Im Bierland Oberfranken werden allein über 1000 verschiedene Biere gebraut.

Gerste:
Hartspelziges, anspruchsloses Urgetreide. Gedeiht praktisch überall, ist jedoch kaum genießbar und zum Brotbacken untauglich. Gott muß die Gerste ausschließlich zum Bierbrauen gemacht haben. So dachten es wohl die Mönche in ihren Klostern...

Guinness Buch der Rekorde:
In der Ausgabe des Jahres 2007 waren 6 Rekorde in dem bekannten Book of World Records gelistet, die mehr oder weniger direkt mit Bier zu tun hatten:

  • Höchstes Bierfass-Heben mit den Zähnen, 06.03.2005
    Der Luxemburger Georges Christen hob ein 50-Liter-Bierfass (Gesamtgewicht 64 kg) 38 cm hoch in die Luft, indem er mit den Zähnen an einem Seil zog, das über eine Umlenkrolle (Winde)am Fass befestigt war.
  • Höchster Bierfasswurf, 26.08.2005
    Der Finne Juha Rasanen warf ein kleines Bierfass (12,3 kg) über eine 7,10 m hoch liegende Latte.
  • Höchster Bier-Verbrauch (Konsum)
    Die Tschechische Republik ist mit einem jährlichen pro-Kopf-Verbrauch von 157 Litern das absolute Spitzenland der Biertrinker. (Wen wundert es, wenn dort auch einige der besten Biere gebraut werden.)
  • Umfangreichstes Bier-Angebot, 09.01.2004
    Mit sage und schreibe 2004 verschiedenen Biersorten ist das Delirium Cafe in Brüssel der unangefochtene Rekordhalter der Bierlagerung und ein lebendiges Biermuseum, bei dem man nicht nur Etiketten anschauen darf, sondern jedes einzelne Bier auch tatsächlich trinken kann.
  • Die kleinste (kommerzielle) Brauerei
    In Wales, befindet sich die Brauerei Bragdy Gwynant, direkt neben dem Tynllidiart Arms Pub. Pro Brauvorgang werden knapp 41 Liter Bier hergestellt und frisch an den Pub geliefert.
  • Das stärkste Bier, 02.08.2005
    Das Sam Adams Utopias hatte derzeit einen Alkoholgehalt von 25%.

Hefe:
Einzellige Mikroorganismen (Pilze), die für die Aufspaltung von Zucker in Alkohol und Kohlendioxid sorgen und somit die Gärung in Gang setzen. Dieses Prinzip findet Anwendung bei der Wein- oder Bierherstellung, genau so wie auch beim Brot- oder Kuchenteig. Hefe beeinflusst aber auch den Geschmack und den Charakter des Bieres.

Hopfen:
An Stangen gezüchtete Schlingpflanze aus der Hanf-Familie, deren weibliche Blüten das stimmungsaufhellende Morphin "Hopein" enthalten. Nahe Verwandte des Hopfen ist die Haschischstaude "Canabis", die durchaus auch zum Brauen geeignet wäre. Hopfen gibt dem Bier sein herbes Aroma, macht es haltbar und stabilisiert den Schaum. Die antiseptische Wirkung soll sogar gegen Tuberkulose-Bazillen helfen.

Kater:
... auch Katzenjammer genannt, ist der unerfreuliche Zustand nach übermäßigem Alkoholgenuss. Dieses entsätzliche Gefühl in der Magengegend, oft begleitet durch migräneartige Kopfschmerzen, ist die Folge einer akuten Alkohlvergiftung. Der Alkohol hat dem Körper Wasser und wichtige Mineralien entzogen und auch noch eine ganze Anzahl Gehirnzellen gekillt. Wer während des Saufgelages auch noch viel geraucht hat, der hat auch vielleicht auch noch mit den Folgen einer leichten Nikotinvergiftung zu kämpfen. Außerdem wurde das Gehirn durch den Qualm zusätzlich mit Sauerstoff unterversorgt, was weitere Gehirnzellen gekostet hat. Hochprozentige Schnäpse haben auch dem Magen ziemlich zugesetzt. Der Organismus reagiert nun mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, allgemeinem Unwohlsein.....

    Mittel gegen den Kater:
    Am besten sorgt man dem Kater vor, indem man beim Bier bleibt und keine Schnäpse oder sonstigen Alkoholgetränke zu sich nimmt. Man sollte in Maßen saufen, nicht in Massen. Ein Glas Wasser zwischen den Bierchen bremst die Alkoholaufnahme und beugt dem Flüssigkeitsverlust vor. Ein deftiges, fettreiches Essen schützt den Magen vor dem Alkohol, ergänzt den Mineralhaushalt und verlangsamt ebenfalls den Übergang des Alkohols ins Blut. Ein paar Stangen Salzgebäck tun es auch. Auf gar keinen Fall soll man dem Kater mit einer Aspirin-Tablette vorbeugen. Abgesehen davon, dass Alkohol und Tabletten sich in ihren Nebenwirkungen verstärken, sorgt der Wirkstoff ASS auch noch dafür, dass der Alkohol besser und schneller ins Blut gelangt. Man wird also ruckzuck besoffen und belastet unnötig seine Nieren und die Leber.
    Hast Du es Dir aber mal so richtig gegeben, dann helfen Dir am nächsten Morgen vielleicht folgende Tipps:

  1. Versorge Dein geschundenes Gehirn mit Sauerstoff:
    Mach ein Fenster auf, mach einen Spaziergang und rauche nicht.
  2. Ergänze die Wasser- und Mineralienverluste:
    Trinke viel Flüssigkeit (nein, KEIN BIER! ). Wasser (mit wenig Sprudel) ist OK
    Iss ein paar Salzstangen. Die beruhigen auch den Magen.
    Iss auch ne Banane. Die füllt den Magen und enthält wichtige Vitamine, etc..
  3. Gönne Deinem Körper Ruhe:
    Schlaf Dir den Rausch einfach aus. Im Schlaf kann sich der Körper am besten regenerieren.
  4. Wenn Du zur Arbeit musst:
    Ein Kaffee tut gut und regt an. Aber er entzieht dem Körper auch Wasser.
  5. Wenn die Kopfschmerzen gar zu unerträglich sind:
    Ein oder zwei Kopfschmerztabletten (ASS oder Paracetamol) wirken natürlich Wunder. Die Nebenwirkungen können sich in Verbindung mit dem Restalkohol allerdings verstärken und werden zu einem unkalkulierbaren Risiko!!

 

Kulminator: Siehe stärkstes Bier der Welt

Pilsen:
Im Jahre 1295 wurde Pilsen gegründet. Damals verlieh König Wenzel II. ein paar hundert Pilsner Bürgern das Braurecht. So wurde in fast allen Bürgerhäusern frisch drauf los gebraut. Noch gab es aber kein einheitliches Brauverfahren und auch kein Reinheitsgebot. In Kriegszeiten waren Gerste und Hopfen knapp. So wurde einfach Knochenmehl oder gar gemahlenes Holz von Särgen und Galgen als "Geschmacksverstärker" beigemischt... So ging das bis ins 19. Jahrhundert hinein. Bis sich im Januar 1839 eine Schar der Pilsner Bürger zusammentat, um ihren Unmut über das ungenießbare Bier zu demonstrieren. Drei Dutzend Fäßer mit dem ekligen Gebräu wurden kurzerhand auf dem Marktplatz ausgeschüttet. Man beschloss daraufhin, eine Bürgerbrauerei zu eröffnen, die besseres Bier brauen sollte. Dazu holte man sich einen Mälzer aus Bayern, den Josef Groll, der mit Hopfen, Malz und Wasser aus der Gegend von Pilsen ein Bier nach bayerischer Brauart braute. So entstand das erste echte "Pils", ein stark gehopftes Bier mit mildem, leicht bitterem Geschmack und dem typischen Goldton.
Das neue Bier wurde schnell zum Modegetränk in ganz Europa. Alle europäischen Königs- und Fürstenhäuser wollten beliefert werden. Man hatte jedoch übersehen, den Namen rechtlich schützen zu lassen, so dass bald überall Biere nach "Pilsener Art" gebraut wurden. Bier ist bis heute das Markenzeichen von Pilsen, der viertgrößten Stadt Tschechiens, welche auch Sitz der größten Brauerei Tschechiens ist, dem Pilsner Urquell.
 

Reinheitsgebot:

Deutsches Biergesetz
 
Damit das Reinheitsgebot in Deutschland eingehalten und auch eingeklagt werden kann, muss es natürlich auch ein offizielles Gesetz geben. Ursprünglich wurde das im Biersteuergesetz (BierStg) geregelt. In seiner ursprünglichen Fasung von vor 1993 hieß es:dort im Paragraphen 9:
 
  1. Zur Bereitung von untergärigem Bier darf, abgesehen von den Vorschriften in den Absätzen 4 bis 6, nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser verwendet werden
  2. Die Bereitung von obergärigem Bier unterliegt derselben Vorschrift; es ist hierbei jedoch auch die Verwendung von anderem Malz und die Verwendung von technisch reinem Rohr-, Rüben- oder Invertzucker sowie von Stärkezucker und aus Zucker der bezeichneten Art hergestellten Farbmitteln zulässig.
  3. Unter Malz wird alles künstlich zum Keimen gebrachte Getreide verstanden
  4. Die Verwendung von Farbebieren, die nur aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt sind, ist bei der Bierbereitung gestattet, unterliegt jedoch besonderen Überwachungsmaßnahmen
  5. An Stelle von Hopfen dürfen bei der Bierbereitung auch Hopfenpulver oder Hopfen in anderweit zerkleinerter Form oder Hopfenauszüge verwendet werden, sofern diese Erzeugnisse den nachstehenden Anforderungen entsprechen:
    1. Hopfenpulver und anderweit zerkleinerter Hopfen sowie Hopfenauszüge müssen ausschließlich aus Hopfen gewonnen sein
    2. Hopfenauszüge müssen
    a) die beim Sudverfahren in die Bierwürze übergehenden Stoffe des Hopfens oder dessen Aroma- und Bitterstoffe in einer Beschaffenheit enthalten, wie sie Hopfen vor oder bei dem Kochen in der Bierwürze aufweist,
    b) den Vorschriften des Lebensmittelrechts entsprechen.
    Die Hopfenauszüge dürfen der Bierwürze nur vor Beginn oder während der Dauer des Würzekochens beigegeben werden.
  6. Als Klärmittel für Würze und Bier dürfen nur solche Stoffe verwendet werden, die mechanisch oder adsorbierend wirken und bis auf gesundheitlich, geruchlich und geschmacklich unbedenkliche, technisch unvermeidbare Anteile wieder ausgeschieden werden.
  7. Auf Antrag kann im einzelnen Falle zugelassen werden, daß bei der Bereitung von besonderen Bieren und von Bier, das zur Ausfuhr oder zu wissenschaftlichen Versuchen bestimmt ist, von den Absätzen 1 und 2 abgewichen wird. Für die Zulassung von Ausnahmen sind die nach Landesrecht zuständigen Behörden zuständig.
  8. Die Vorschriften in den Absätzen 1 und 2 finden keine Anwendung für diejenigen Brauereien, die Bier nur für den Hausbedarf herstellen (Hausbrauer).

Man beachte den süßen kleinen Unterschied zwischen untergärigem und obergärigem Bier, sowie den Absatz 7, wonach in Ausnahmefällen sogenannte "besondere" Biere hergestellt und vertrieben werden dürfen, die von dem Reinheitsgebot in Absatz 1 und 2 abweichen dürfen.
Viele Bierhersteller im restlichen Europa verwenden aber gern noch Zusatzstoffe, die eine Einfuhr nach Deutschland - zumindest unter der Bezeichnung "Bier" verbieten würden. Daher beschwerten sie sich bei der EWG-Kommission, was schließlich dazu führte, dass das deutsche Gesetz in geeigneter Form gelockert werden musste, so dass dem freien Warenverkehr laut EWG-Vertrag nichts mehr im Wege stünde. Somit wurde das Reinheitsgebot aus dem deutschen Biersteuergesetz herausgenommen und bis auf weiteres modernisiert und ausgelagert in ein "Vorläufiges" Biergesetz Den aktuellen Wortlaut kann man offiziell unter www.bundesgesetzblatt.de abrufen. Gesetzblätter vor 1998 können aber leider nicht kostenlos abgerufen werden. Daher verweisen wir auf eine Abschrift bei www.brauforum.de. Das aktuelle Biersteuergesetz und weitere Bierverodnungen findest Du online bei
bundesrecht.juris.de unter B wie Bier..

Bayrisches Reinheitsgebot
Wilhelm IV., Herzog von Bayern verkündete am 23. April 1516 das bayrische Reinheitsgebot. Demnach durfte das Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser bestehen. Und was der Herzog von Bayern beschlossen hat, das hat im Grunde bis heute Bestand. Übrigens weigern sich die Bayern auch heute noch, den $9, Absatz 7 im deutschen Biergesetz anzuerkennen,(siehe oben) Somit gilt das bayerische Reinheitsgebot als das älteste bis heute gültige - jedoch nicht als das älteste überhaupt..

Das älteste deutsche Reinheitsgebot
Die Stadt Weißensee in Thüringen nimmt für sich in Anspruch, das erste und somit älteste deutsche Reinheitsgebot hervorgebracht zu haben; heute mehr oder weniger bekannt als das "Weißenseer Reinheitsgebot". Als man im Jahre 1998 nämlich das Jubiläum "800 Jahre Marktrecht" beging, wurde für eine Stadtchronik recherchiert. Der Geschäftsführer der Runneburg Betriebsgesellschaft Weißensee mbH, Michael Kirchschlager entdeckte im Februar 1998 im Archiv auf der Runneburg das "Stat Buch" von 1434, welches auch die "Statuta thaberna" enthielt. In diesem alten Wirtshausgesetz waren Gesetze über das Benehmen in Wirtshäusern und das Brauen von Bier enthalten. Im Artikel 12 der "Statuta thaberna" heißt es : "Zu dem Bier brauen soll man nicht mehr nehmen als soviel Malz, als man zu den drei Gebräuen von dreizehn Maltern an ein Viertel Gerstenmalz braucht... Es sollen auch nicht in das Bier weder Harz noch keinerlei andere Ungeferck. Dazu soll man nichts anderes geben als Hopfen, Malz und Wasser ('hophin malcz und wasser'). Das verbietet man bei zwei Mark, und derjenige muß die Stadt für vier Wochen räumen."

Biergesetz-Geschichte
Erste urkundlich nachweisbare Ansätze für ein Biergesetz in Deutschland stammen aus Augsburg im Jahre 1156, als Kaiser Barbarossa der Stadt eine neue Rechtsverordnung bekannt gab: In der "Justitia Civitatis Augustensis", die auch als das älteste deutsche Stadtrecht bekannt ist, heißt es eben auch: "Wenn ein Bierschenker schlechtes Bier macht oder ungerechtes Maß gibt, soll er gestraft werden..."

Schon die babylonischen Brauerinnen hatten strenge Auflagen zu beachten. Bierpanscherinnen wurden in ihren eigenen Fässern ertränkt oder bis zum Tode mit ihrem Gesöff abgefüllt. Der Bevölkerung Babyloniens wurde eine tägliche Ration Bier zugesichert. Normale Arbeiter erhielten 2 Liter Bier, Beamte 3 Liter, Oberpriester 5 Liter, usw.... Bier durfte nicht verkauft werden. Man durfte es nur gegen Gerste tauschen. Der aufmerksame Leser hat es schon bemerkt: Bierbrauen war Frauensache, wie alle anderen häuslichen Angelegenheiten auch. Das Lebensmittelgesetz der Babylonier wurde auf Verfügung von König Hammurabi um 1700 vor Chr. in Stein gemeißelt und kann heute im Louvre besichtigt werden.

Hefe und andere (erlaubte) Zusatzstoffe
Dass in all den alten Reinheitsgeboten noch nicht die Rede von Hefe war, lag daran, dass Hefe damals noch nicht bekannt war. Die Gärung wurde ganz spontan durch in der Luft befindliche Hefen ausgelöst, weshalb oft genug auch mal was schief ging...Bei der heutigen Bier-Fabrikation setzt man die Gährung durch Zugabe von Hefe ganz kontrolliert in Gang, wodurch es vor allem erst möglich ist, untergärige Biere zu erzeugen. Leider nimmt man es bei der modernen Herstellung des flüssigen Brotes nicht mehr ganz so genau mit dem Reinheitsgebot. Wertvolle Eiweiß- und Hopfenbestandteile werden dem Bier entzogen, um es haltbarer zu machen. Schlimmer noch: Um dem Bier diese Bestandteile entziehen zu können, mischt man ihm massenhaft Kieselgel und einen speziellen Kunststoff (Polyvinylpolypyrrolidon) bei. Die unerwünschten Bestandteile werden davon gebunden und dann mittels Kieselgur und Absorberharzen wieder ausgefiltert. Naja, was nicht ausgefiltert wird, das bleibt dann eben drin... Zum Glück sorgt das heute gültige deutsche Biergesetz zumindest dafür, dass die chemische Behandlung in den deutschen und österreichischen Brauereien nicht Überhand nimmt. Allgemein gilt: Ein unbehandeltes, untergäriges Bier ist bei kühler und dunkler Lagerung in braunen Flaschen ca. ein halbes Jahr haltbar. Mit anderen Worten: Vorsicht vor Bieren, die 1 Jahr oder gar noch länger haltbar sind! Hände weg von Bier in weißen Flaschen!
 

Schaum: siehe >> Blume:


Stärkstes Bier:
Das stärkste Bier ist das mit dem größten Alkoholanteil. Um den Alkoholgehalt aber in Weltrekordhöhe zu schrauben, verwenden die Brauereien immer mehr Tricks. Inzwischen fühlt man sich wohl auch nicht mehr so ganz an das Reinheitsgebot gebunden. Aber dennoch gibt es gewaltige Anstrengungen, um immer noch sagen zu können, dass man ein Bier gebraut hätte, sonst würde man doch einfach ein paar Flaschen Schnaps ins fertige Bier schütten. Das Ergebnis wäre vermutlich besser als die mühsam zusammengebraute Weltrekord-Pampe...

Die Methoden der Turbo-Brauer:

  1. Stammwürzegehalt steigern durch extrem langes oder mehrfaches Würzekochen
  2. Vor der Gärung zusätzliche Zuckerbeigaben, z.B. in Form von Sirup
  3. Während der Gärung sterbende Bier-Hefe durch alkoholresistentere Wein-Hefe ersetzen
  4. Nach der Gärung noch mehr Wasser entziehen durch mehrfaches Gefrieren

    Superstarkbiere, bei denen der Alkoholgehalt lediglich durch hohe Stammwürze und abschließendes Frostverfahren in die Höhe getrieben wurde, sind auch als Eis-Bock bekannt. Mit dieser absolut reinheitsgebotkonformen Methode lässt sich der Alkoholgehalt bereits (weit) über 10% steigern. Beim Trinken nimmt man den Alkoholgehalt bereits (recht störend) mit der Nase wahr. Ansonsten schmeckt das Bier aber wie Bier und sieht auch wie Bier aus.

    Bei den Turbo-Starkbieren lässt man schon bei der Würze extrem viel Wasser verkochen. Weniger Wasser bedeutet höheren Stammwürzegehalt. Dieser liegt bei einem Super-Bockbier bei mindestens 30%. Er lässt sich aber auch auf über 50% steigern, wenn einem der Geschmack und das spätere Aussehen des Bieres völlig egal sind... Beigaben von Zucker, egal in welcher Form, verstoßen ganz eindeutig gegen das Reinheitsgebot. Manchen Brauern ist das aber egal. Mehr Zucker bedeutet natürlich mehr Alkohol bei der Gärung. Steigt nun aber der Alkoholgehalt auf 13% oder mehr, dann wird die empfindliche Bier-Hefe abgetötet. Um diesem Problem zu begegnen und noch mehr von dem Zucker in Alkohol umwandeln zu können, wird die Bier-Hefe durch andere Hefe-Sorten ersetzt, wie sie z.B. bei der Weingärung verwendet werden. Das Ergebnis dieses Brutal-Brauverfahrens, bei dem hauptsächlich immer wieder Wasser entzogen wurde, ist zähflüssig und hat keine Ähnlichkeit mehr mit einem richtigen Bier. Auch der Geschmack entspricht nicht mehr dem, was man erwarten würde... Dies ist sicher nichts für den Hausgebrauch. Und wenn es nur um die Wirkung des Alkohols geht, dann ist man mit ein paar normalen Bierchen und einigen Schnäpsen dazu vielleicht besser bedient.


Das
stärkste Bier der Welt

... welches streng nach dem Reinheitsgebot gebraut wird und welches man noch aus einem normalen Bierglas trinken und auch ohne Einschränkungen als Bier genießen kann, ist meiner Ansicht nach immer noch das Kulmbacher EKU28. Der Kulminator ist der Inbegriff der Starkbiere. Ursprünglich hatte dieses Eis-Bock aus Kulmbach einen Stammwürzegehalt von 20% und einen Alkoholgehalt von 9% und war damit lange Zeit das stärkste Bier der Welt. Inzwischen werden in der Kulmbacher Brauerei die Nachfolgeprodukte "Kulmbacher Eisbock" (Stammwürze: 21 %, Alkohol: 9,2 %) und "EKU 28" (Stammwürze: 28,0 %, Alkohol: 11,0 %) gebraut.
 

Das stärkste Bier der Welt, welches streng nach dem Reinheitsgebot gebraut wird und laut eines Berichtes bei www.bier1.de zwar zäh wie Honig 'ins Glas plumst', aber noch annähernd wie Bier schmeckt, dürfte das Schorschbräu sein.
Schorschbock 13 und Schorschweizen 13 stammen aus der Kleinbrauerei Schorschbräu in Gunzenhausen im fränkischen Seenland. Das helle Bockbier und sein Weizengeschwister haben einen Alkoholgehalt von 13%. Der resultiert aus einem Stammwürzegehalt von 25%. Damit übertreffen diese Biere deutlich das bekannte und berüchtigte EKU28. Ursprünglich nannte Schorsch seine Superbiere "Donnerbock" und "Donnerweizen". Eine Trinkprobe meinerseits steht leider noch immer aus. Aber wie uns Braumeister Schorsch vor einigen Jahren (im Februar 2005) per Email versicherte, war die Beschreibung auf der Homepage eines damaligen Biertesters ziemlich treffend. Demnach floss das Donnerbock schon recht zähflüssig ins Glas. Aber immerhin entstand noch etwas Schaum und obwohl einem ein recht süßer Geruch in die Nase stieg, schmeckte das Bier noch hopfenherb und würzig und garnicht so süß. Ja eigentlich war es sogar noch recht süffig. Dies bestätigt auch ein anderer Biertester: www.bier1.de (letztes Update 11/03)

Inzwischen hat Braumeister Schorsch das Bier ein wenig weiter entwickelt. Das Ergebnis: Schorschbock 16 mit einem Alkoholgehalt von 16 Vol. % und einem Stammwürzegehalt von 32 %. Dieses ergänzt nun das Sortiment der stärksten 'Lagerbiere' der Welt, wie Schorsch sie zärtlich nennt. Und als ob das noch nicht reicht, hat der Braumeister Schorsch noch eine neue Kreation entworfen, die natürlich als "Bier" nicht mehr durchgeht, aber eine leckere Abwechslung darstellt. Ein dunkler Bier-Likör entstand aus der Mischung von Donner-Bier und Branntwein mit etwas Vanille. Der 'Schorschbräu dunkler Bierlikör' hat 20 Vol% Alkohol und laut Hersteller ein nussiges Kaffee-Aroma.

Im Jahre 2005 erhob wieder ein deutsches Bier den Anspruch darauf, das stärkste Bier der Welt zu sein. Ausgehend von einer Stammwürze von sage und schreibe 64% entzog der Braumeisters Harald Schneider vom Mühlfelder Brauhaus im oberbayrischen Herrsching am Ammersee dem Bier mittels Schockfrostung so viel Wasser, dass ihm das Labor der Paulaner Brauerei schließlich einen Alkoholgehalt von 25,4 Prozent bescheinigten konnte. Damit war der Rekord der Boston Beer Company wohl für kurze Zeit eingestellt. Zumindest konnte man das Mühlfelder Rekordbier bis zum Januar 2009 als das stärkste Bier Deutschlands und Europas bezeichnen.
Um den Alkoholgehalt derart steigern zu können wurde zumindest zum Ende der Gärung hin keine normale Bierhefe mehr verwendet, sondern Cherry-Hefe.
Quellen: Fokus.de und RP-Online
Weblink 1: Mühlfelder Brauhaus bei ammersee-region.de
Weblink 2: muehlfelder-brauhaus.de - Das Restaurant
 


27,6 Vol.% - Das stärkste Bier der Welt kommt aus Berlin!

Am 08.01.2009 bescheinigte die TU Berlin, dem Brauhaus Südstern in Berlin einen Alkoholgehalt von 27,6 Vol%. Damit hat der Braumeister Dipl-Ing Thorsten Schoppe definitiv einen neuen Weltrekord aufgestellt und das unter Einhaltung des Reinheitsgebotes! Genauere Angaben findet man auf der Homepage der Brauerei www.brauhaus-suedstern.de. Demnach begann Braumeister Schoppe im Herbst 2008 mit einem sehr starken Sud, aus dem er ein Trippelbock mit lediglich 21% Stammwürze braute. Nach einer mehrwöchige Reifephase begann er dann mit einem extremen Wasserentzug mittels Eisverfahren. Belohnt wurde die Mühe dann durch das Laborergebnis der TU Braunschweig: 27,6 Prozent - das ist Weltrekord! Das Resultat dieser Extrementwässerungskur ist natürlich kein normales Pils mehr. Es handelt sich vielmehr um einen süßen Bierlikör - eine aufwändig hergestellte Spezialität für Kenner.


 

Rosies Ale - 28 Vol% - Mythos oder Wirklichkeit?
Sucht man im WWW nach dem "stärksten Bier der Welt", dann stößt man auch auf ein amerikanisches Bier, das unter Zugabe von Kandiszucker und unter Verwendung von spezieller Hefe wohl einst auf 28Vol% Alkoholgehalt hochfrisiert wurde. Das "Rosies Ale", so heißt es, wird oder wurde zumindest mal in einem Brauerei-Pub, dem Barley John's Brew Pub in New Brighton bei Minneapolis, Minnesota,USA hergestellt und in einem "Sniffer" kredenzt. Aber auf dessen Homepage wird es leider überhaupt nicht erwähnt. Und im Guinness Buch der Rekorde findet man es auch nicht. Vielleicht war es nur ein Mythos. Würde es ein Bier mit 28% Alkoholgehalt geben, dann wäre es sicher das stärkste Bier der Welt.

Sam Adams Utopias (25%) ist das stärkste Bier der Welt,
welches auch im Guinnes Buch der Rekorde aufgeführt ist,
aber...

Die Boston Beer Company, welche erst 1984 von Jim Koch gegründet wurde, braut in Boston, Massachussetts, USA die "Samuel Adams"-Biere. Im Gegensatz zu Barley Johns ist die Samuel Adams-Homepage wesentlich ergiebiger. Demnach experimentiert Jim Koch Sam Adams - die stärksten Biere der Welt. Von links nach rechts: Triple Bock, MM II und Utopias als Ausgleich zu den üblichen Lager- und Light-Bierchen, wie sie der amerikanische Kunde so schätzt, mit seinen "Extrem-Bieren". Er begann 1991 mit dem Samuel Adams Triple Bock, welches 18% Alkoholgehalt hatte. Dieses Spezialbier veränderte sich im Laufe der Jahre und Jim Koch experimentiert noch immer weiter. Inzwischen fügt er Zucker in Form von Ahorn-Sirup hinzu und als ganz besondere Geschmacksnote lagert er das "Bier" in gebrauchten Whiskey-Fässern. Jährlich entnimmt er Proben von verschiedenen Jahrgängen. Inzwischen gibt es Varianten mit noch höherem Alkoholgehalt, so das Samuel Adams Millenium mit 20%, und im Jahre 2003 die 2. Generation des Samuel Adams Utopias mit 25,6% Alkohol. Der Vorläufer davon (Utopias MMII) wird im Guinness Buch der Rekorde.aufgeführt als "das stärkeste, kommerziell erhältliche Bier der Welt". Beide Biere sind aber nur einmal - also in einer limitierten Auflage - hergestellt worden.
Inzwischen (2007) ist Jim Koch bei der 4. Generation des Utopias angekommen und bei sagenhaften 27 Vol.% Alkoholgehalt. Samuel Adams Utopias, das stärkste Bier der WeltKonsistenz und Geschmack dieses Extrembieres erinnern natürlich längst nicht mehr an ein normales Bier. Es heißt, es riecht ziemlich aufdringlich nach Alkohol und irgendetwas undefinierbarem. Der Geschmack nach süßlich bitterer Schokolade ist eigentlich typisch für solch ein Überbier. Es handelt sich um eine sehr außergewöhnliche Spezialität. Man muss einfach wissen, was einen erwartet, nämlich etwas ähnliches, wie ein ziemlich in die Jahre gekommener, kräftig nachgesüßter Portwein oder ein (etwas zu) alter Bitter-Schoko-Sherry, neuerdings mit einem Hauch von Vanille und Karamell....

 


Stammwürzegehalt:
Der Anteil der löslichen Stoffe im Biersud (der "Würze") vor der Gärung, wie Malzzucker, Eiweiße, Mineralien, Vitamine, Gerbstoffe, Aromastoffe etc. wird beim Würzekochen eingestellt. Je mehr Wasser verkocht wird, desto höher wird der Stammwürzegehalt und desto stärker wird das Bier. Die Stammwürze entspricht bei der Bierherstellung der selben Bedeutung wie der Most für die Weinherstellung.
Der Stammwürzegehalt ist maßgeblich für den späteren Alkohol- und Nährwertgehalt des Bieres. Außerdem ergeben sich die Bierkategorien aus dem Stammwürzegehalt und auch die Biersteuer wird auf Grundlage des Stammwürzegehaltes errechnet.
Der Stammwürzegehalt wird in Grad Plato angegeben. Ein Grad Plato entspricht dabei 1g Stammwürze in 100g Würze. Es handelt sich also um einen Prozentwert bezogen auf die Masse. Daher ist es auch nicht ganz falsch, wenn man den Stammwürzegehalt mit einem Prozentwert angibt. Man darf ihn nur nicht mit dem Alkoholgehalt verwechseln. Der Stammwürzegahalt wird VOR der Gärung ermittelt. Der Alkoholgehalt ergibt sich NACH der Gärung und wird in Volumen-Prozent angegeben und nicht in Massen-Prozent. Bei der Gärung wird ca. 1 Drittel der Stammwürze in Alkohol umgewandelt. Ein weiteres Drittel wird von den Hefebakterien in Form von Kohlensäure "ausgeatmet". Und das restliche Drittel verbleibt als unvergorener Restextrakt im Bier und setzt sich bei der anschließenden Lagerung und Nachgärphase am Tankboden ab bzw. wird vor der Abfüllung ausgefiltert. Bei der Gärung kann die Würze (bzw. der Zuckeranteil) mehr oder weniger effizient in Alkohol umgewandelt werden. Ganz grob kann man den Alkoholgehalt in Vol% errechnen, wenn man den Stammwürzegehalt durch 3 teilt. In der Praxis kann dieser Faktor aber zwischen 1,8 und 3,0 schwanken. Das hängt vom Brauverfahren ab und davon, ob man den Alkoholgehalt hochtreibt, um ein Starkbier zu brauen, oder ob man die Gärung absichtlich verkürzt, um ein alkoholarmes Bier zu erzeugen.

Sumerer:
Die Sumerer lebten vor ca. 4000 bis 6000 Jahren zwischen Euphrat und Tigris im südlichen Mesopotamien, auch bekannt als das Zweistromland. Bei ihnen begann die Geschichte des Bieres, als vermutlich ein Stück feuchtes Brot zu gären begann und so ein göttlicher, berauschender Brei entstand. Die Sumerer verstanden es, diesen Prozeß zu wiederholen und brauten somit als vermutlich erstes Kulturvolk dieser Erde Bier, welches sie ihren Göttern als Opfer darboten. Im 2. Jahrtausend vor Christus zerfiel das sumerische Reich, und die Babylonier übernahmen deren Kultur und das Zweistromland.

Tsingtao:
Wer in einem chinesischen Restaurant ein einheimisches Bier bestellt, dem wird sicherlich ein "Tsingtao" Bier serviert. Dies ist nämlich das bekannteste chinesische Bier. Neben Gerste und Hopfen verwendet die Brauerei in Tsingtao (auf der Halbinsel Shangdong) auch Reis und vor allem das süßliche Mineralwasser aus der Quelle von Laoshan. Das Ergebnis ist ein Pils mit einem leichten, etwas süßlichen Geschmack - gar nicht bitter und sehr erfrischend. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,5% - ein ganz normales Lager. Die Brauerei wurde während der Kolonialzeit im Jahre 1903 von Deutschen gegründet. Genau genommen gründeten die deutschen Pächter dieses Zipfels von Shangdong (Bucht von Jiaochou) die komplette Hafenstadt Tsingtao (heute: Quingdao). Und auch heute noch wird das Tsingtao Bier nach dem alten Rezept gebraut, wenn auch heute ein modernes Brauverfahren angewendet wird.

Tulpe:
Mit diesem Begriff wird nicht etwa eine ganz besonders formschöne Bier-Blume beschrieben. Es handelt sich vielmehr um die besonders schlanke Form eines speziellen Bierglases. Pilsner wird vorzugsweise aus einer Tulpe getrunken. Ganz im Gegensatz zum zünftigen Export-Bier, das insbesondere in Bayern aus einem dicken Krug getrunken wird.

Untergärig - Obergärig:
Obergäriges Bier wird warm vergoren (bis zu 25 Grad Celsius). Dabei steigt die Hefe nach oben, weil die Hefezellen untereinander verbunden bleiben und so von den Kohlendioxyd-Bläschen mit nach oben genommen werden. Die Wärme sorgt für eine stärkere Aromaentfaltung. Daher schmecken obergärige Biere wie das Alt oder das Kölsch vollmundiger oder fruchtiger, wie die Brauer gern sagen.
Untergäriges Bier wird kalt vergoren (max. 10 Grad Celsius). Die Hefe sinkt nach unten, denn die Hefezellen können sich nicht mehr verbinden. Untergärige Biere, wie Pils oder Lager haben kein so aufdringliches Aroma, sondern schmecken eher frisch.
Früher war obergäriges Bier die Norm. Die kalte Gärung kam wegen der wärmeliebenden Hefe (oder weil man noch früher die Hefe noch gar nicht kannte) einfach nicht in Gang. Heute ist das kein Problem mehr. Wegen der besseren Haltbarkeit wird daher vorwiegend untergäriges Bier hergestellt. Außerdem mögen heute die meisten Leute lieber ein Bier, das frisch und leicht schmeckt.

Weizen:
Grasart, die als das wichtigste Brotgetreide gilt und in vielen verschiedenen Arten angebaut wird. Weltweite Produktion: ca. 500 Mio Tonnen pro Jahr. Verwendet man es an Stelle von Gerste für die Brauerei, so entsteht das milde Weizenbier - ebenfalls auch kurz "Weizen" genannt.

Zu weiteren Bierquellen:
Im Zusammenhang mit Bier möchte ich noch folgende bockstarke Links anführen:

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Neu:

www.biertest.de - Deutsche Biere in der Praxis

www.beertest.de - Internationaler Biertest

http://stuff.twoday.net

Meine Quellen:
Alles begann mit einem Artikel in PM"Heft 2/97. In den ersten Jahren danach recherchierte ich in vielen weiteren Zeitschriften und Büchern und natürlich auch im Internet. Zudem führte ich reichlich Fach-Gespräche in heimischen Biergärten und diversen Kneipen...